DOKUMENTATION

Wein und Musik – Eine andere Art, den Sommer zu begrüẞen



Berge, Pinien, Schluchten und schroffe Felswände, Höhlen, einzeln daliegende, durch die Erosion entstandene Felsbrocken und sich an den Hängen entlang ziehende Weinberge prägen das Landschaftsbild rund um Yecla und Jumilla. Gemeinsam mit der Gegend um das kleine Städtchen Bullas bilden sie die drei Weinregionen der Autonomie Murcia. Zwischen Kastilien La Mancha, der Comunidad Valencia und Andalusien gelegen, gehört Murcia zu den sonnenverwöhnten Gegenden Spaniens. Eine ideale Gegend im Südosten des Landes, um auf einer Reise im Frühling den ersten Hauch von Sommer zu genieẞen.

Neben den landschaftlichen Erlebnissen, wie herrlichen Wanderungen durch den nahegelegenen Naturpark der Sierra del Carche, und der Entdeckung der kleinen sympathischen Städtchen und Dörfern der Region, lockt in den Monaten ab Ende Mai bis Juli ein ganz besonderes Festival die Besucher. Das Festival „Música entre Vinos“ bietet eine wunderbare Fusion zwischen Kultur- und Weingenuss. Acht Kellereien entlang der von der Vereinigung der Weinstädte Spaniens ACEVIN geschaffenen Weinroute der Herkunftsbezeichung D.O. Jumilla öffnen ihre Tore für die Veranstaltung von Konzerten der unterschiedlichsten Musikrichtungen, von Jazz über Pop-Rock und Blues bis hin zur Klassik. Da sitzt man dann in den Weinkellern,  riecht den typischen Duft von Wein und Eichen-Fässern und lauscht den Klängen der Musik mit einem Glas Wein in der Hand. Und die Weinprobe ist dabei natürlich ebenso eingeschlossen.

Tagsüber zieht man hinaus, um die Gegend zu erkunden: Jumilla mit seiner Burg, die bereits aus den Anfängen der Maurenzeit stammt, den alten, liebevoll restaurierten Stadtkern mit dem interessanten archäologischen Museum. Hier sind zahlreiche Zeugnisse der Römer zu begutachten, bedeutende Reste von Bädern, Mosaiken und die Nekropolis. 180 vor Christus hatten die Römer hier gesiedelt, nachdem sie die alten, von den Iberern geschaffenen Befestigungen zerstört hatten.

Auch der Weinanbau in den drei Weinregionen hat eine lange historische Tradition und geht teilweise sogar bis auf die Phönizier zurück. Angebaut wird der Wein auf Höhen zwischen 400 und 800 Metern. Regenfälle sind eher selten, dafür gibt es aber um die 3.000 Sonnenstunden im Jahr. Der Groẞteil der hier angebauten Reben sind Rotweintrauben. Die Monastrelltraube ist dabei mit 85 %-igem Anteil die typische Traube des spanischen Südwestens, dazu kommen Tempranillo, Garnacha, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Nur 5 % sind Weißweintrauben, wie Macabeo, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Airen und Malvasia. Am Fusse der Berge der Sierra del Carche werden die Weintrauben angebaut. Die Weine aus der Weinregion D.O. Jumilla sind die in Deutschland wohl bekanntesten Weine aus der Autonomen Region Murcia. Seit 1962 besteht diese geschützte Herkunftsbezeichnung, seit 1975 die Bezeichung D.O. Yecla.

Jumilla verlassend, geht es nun über Cieza – mit den Resten der alten arabischen Stadt, Medina Siyasa und der Burgruine ins, wie eine Oase in der Wüste wirkende Valle del Ricote. Hierher hatte sich ein großer Teil der maurischen Bevölkerung auch noch nach der christlichen Rückeroberung zurückgezogen. Sie lebten dort nahezu bis ins 17. Jahrhundert. Noch heute ist das Tal ein Zeuge der raffinierten Bewässerungssysteme, die die Mauren einführten. Hier in der Nähe befindet sich mit Archena eines der bekanntesten Kurbäder Murcias und Spaniens. Begleitet vom Gebirgszug der Sierra Espuña kann man sich jetzt durch die ländliche Gegend auf den Weg in das dritte Weingebiet der D.O. Bullas und auf die dritte offizielle Weinroute dieser doch recht kleinen Autonomieregion machen. In Bullas, dem Hauptort der Region findet man zur Einführung in dieses noch relativ unbekannte Weingebiet ein erstaunliches Weinmuseum, eingerichtet in einem der einst größten Weinkeller der Region, wo man mehr als 350.000 Liter Wein produziert haben soll. Hier kann man auch sehen, wie die Weine damals in in den Boden eingelassenen Fässern gelagert wurden. Noch heute soll es in Bullas an die 200 der alten Winkeller in den Häuern geben. Jedes Jahr zur Weinlese im Herbst gibt es in Bullas neben einem traditionellen Weinmarkt (04. Oktober 2015) eine Veranstaltung rund um Tapas und Wein „Feria de la tapa y el vino“. Dann kann man an zahlreichen Ständen die gastronomischen Leckereien und den Wein der Region probieren.

Ein Ausflug führt in die Umgebung, ins Aceniche Tal, einem lieblichen, grünen Tal, umgeben von Hügeln mit Aprikosenbäumen und dem im Frühsommer blühenden Mohn. Hier liegt eine der zur Weinregion gehörende Bodegas, wo Besucher gemeinsam mit der Winzerin einen Spaziergang entlang der Weinberge machen können und anschlieẞend eine Weinprobe genieẞen. Der Weinanbau in Bullas ist seit dem Mittelalter dokumentiert, geht aber auch hier viel weiter zurück auf die Römerherrschaft, wovon eine Büste des Weingottes Bacchus zeugt, die im Süden von Bullas in der römischen Siedlung Los Cantos gefunden wurde.  

Wer im Mai in die Region Murcia kommt, sollte die Weiterfahrt über Cehegín zu einem der erstaunlichsten Feste der Gegend nicht scheuen. In Caravaca de la Cruz geht es um die Geschichte zwischen Mauren und Christen, um das Vera Cruz (ein Lignum Crucis, das im Inneren der Burgkirche aufbewahrt wird) und die sogenannten Weinpferde, die Caballos del Vino. Das Fest um die Kreuzreliquie, die laut einer Legende aus dem 13. Jahrhundert einem Priester im Gefängnis erschienen ist, und die dazu geführt haben soll, dass sich der damalige Maurenherrscher zum Christentum bekehrte, und die prachtvoll geschmückten Pferde findet jedes Jahr im Mai statt und dauert mehrere Tage. Das Fest der Weinpferde geht zurück auf die Kämpfe zwischen Mauren und Christen. Den Christen, die sich in der Burg eingepfercht hatten und denen das Wasser knapp wurde, gelang auf Pferden der Durchbruch an den maurischen Truppen vorbei ins Tal. Sie sollen schließlich mit prall gefüllten Schläuchen mit Wasser und Wein zurückgekehrt sein. Jedes Jahr wird am zweiten Festtag ein halsbrecherisches Rennen der Pferde auf den Burgberg veranstaltet. Jeweils vier junge Männer halten sich an den Pferden fest und werden buchstäblich mitgezogen. Sie dürfen bis ins Ziel nicht loslassen, sonst ist das Rennen ungültig und sie kommen nicht in die Wertung. Caravaca selbst ist ein sehr hübsches Städtchen mit einem schönen Rathausplatz, einigen sehenswerten Kirchen und natürlich der Burg mit dem Kloster und der Kapelle La Vera Cruz auf dem Hügel.

Der Nordwesten Murcias mit seinen Weinfeldern, zahlreichen Bergregionen, die hier auf mehr als 2.000 m anwachsen und die sich abwechseln mit Getreide- und Reisfeldern und hübschen, ursprünglichen Orten, bietet eine herrliche Gelegenheit für eine frühsommerliche Reise in eine unbekannte Region Spaniens.

Informationen im Internet unter: www.murciaturistica.es/de/startseite/  und www.spain.info. Informationen und Termine zum Festival „Música entre vinos“ auf der Internetseite: http://www.rutadelvinojumilla.com/v2/ing/  


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