ANDALUSIEN

Paco de Lucia und Algeciras – eine Reise in die Kindheit des Flamenco-Künstlers


Carlos Sauras Film „Carmen“ verhalf dem im vergangen Jahr verstorbenen Gitarristen Paco de Lucia in den 80er Jahren zu Weltruhm. Für den Kassenrenner, der andalusische Leidenschaft in Szene setzte, komponierte Paco de Lucía nicht nur die Filmmusik, sondern spielte auch selbst eine Hauptrolle. Er verkörpert den spanischen Choreographen Antonio, der eine Aufführung von Georges Bizets berühmter Oper „Carmen“ vorbereitet und besessen davon ist, für seine Aufführung die perfekte Besetzung für die Hauptdarstellerin zu finden. Auch für den Johnny-Depp-Film "Don Juan De Marco" begleitete er Bryan Adams bei dem Song "Have You Ever Really Loved A Woman" auf der Gitarre.

Paco de Lucía, Prinz von Asturien-Preisträger und Ehrendoktor der Univerität Berkley, wurde 1947 in Algeciras (Provinz Cádiz) geboren. Niemand hätte ihm damals in der spanischen Nachkriegszeit voraussagen können, dass er einmal im Madrider Opernhaus Teatro Real auftreten, dass Woody Allen sich für ihn interessieren oder dass er zu einem der maßgeblichen Flamenco-Erneuerern gehören würde.

Nun würdigt die südspanische Hafenstadt ihren berühmten Sohn mit einer Route, die zu den Orten führt, die die glänzende Karriere des Ausnahmekünstlers beeinflusst und  inspiriert haben. Sein Leben wie auch die neue Route beginnen in der Calle San Francisco, wo er geboren wurde und bis zum Alter von fünf Jahren wohnte. In der benachbarten Calle Munición, die damals von Bars bevölkert war, trat sein Vater auf, dem der Maestro auf seiner Schallplatte „Luzia“ ein Denkmal setzte. In diesem Teil der Stadt organisierten die Señoritos von Algeciras Parties, die sich über Tage hinzogen. Der Vater  mochte die Umgebung nicht, war aber darauf angewiesen, sich dort einige Duros, Wein und Tapas dazu zu verdienen.

Die Route führt weiter zum Plenarsaal des Rathauses, wo Paco de Lucia 1998 zum Ehrenbürger ernannt wurde. Die Plaza Alta auf der Route gilt als Aushängeschild von Algeciras. Auf dem Platz, dem Paco de Lucia eine Soleá in seinem Album Almoraima gewidmet hat, spielte er in seiner Kindheit mit seinen Freunden, ganz in der Nähe der Calle Muro, wie auch ein Titel seines Albums Sirocco aus dem Jahr 1987 heißt.

Natürlich fehlt auf der Strecke auch nicht der Mercado de abastos, ein Lebensmittelpunkt für die Algecireños. Dort hatte Pacos Vater ein Stoffgeschäft, in dem seine Kinder viele Stunden mit Schönschrift oder Rechnen verbrachten. „El Chorruelo“ ist eine der anerkanntesten Bulerías von Paco de Lucía in Anspielung auf den gleichnamigen Strand von Algeciras, wo sich damals das teuerste Luxushotel von ganz Spanien befand. Im Reina Cristina wohnten amerikanische Filmstars, britische Politiker und spanische Adelige. Paco de Lucía war von den exotischen Geschichten fasziniert, die sein Bruder Antonio erzählte, der dort arbeitete. Weiter entlang der Küste in Richtung Getares befindet sich ein Denkmal von Paco de Lucía, ein Werk des Bildhauers Nacho Falgueras.

Der Werdegang von Paco de Lucía ist von Bereicherungen der Kunstform „Flamenco“ geprägt. Vollkommene Perfektion in Tonhöhe und Rhythmus erreichte er mit dem Flamenco-Sänger Camarón. Er führte den peruanischen Cajon  in den Flamenco ein und verschmolz Flamenco mit Jazz, Bossa Nova und klassischer Musik.

Entre dos aguas – Zwischen zwei Meeren

Ein Besuch von "Punta del Faro" – wie auch eines seiner besten Lieder heißt - hilft, die Musik von Paco de Lucia besser zu verstehen. Man erhält einen Eindruck von der Macht der Landschaft, die auf Paco de Lucía Einfluss nahm. Vom dortigen Leuchtturm aus ist die weiße Küste Afrikas gut zu erkennen, "im Westen liegt der kalte Atlantik, gefährlich, der Weg in die Neue Welt. Im Osten das warme Mittelmeer, griechische, römische Reminiszenzen ... ". Genau auf dieses Zusammenspiel der Gegensätze bezog sich Paco de Lucía, als er im Jahr 1973 „Entre dos aguas“ schrieb, das zum Nummer Eins Hit in Spanien avancierte und mit dem er internationale Anerkennung erreichte.

Auch die Casa Bernardo, wie eine Rumba benannt wurde, liegt am Meer so wie eine Snackbar am Rinconcillo Strand, wo der geniale Gitarrist ein Strandhaus besaß und sich mit seinen alten Freunden aus der Kindheit vergnügte.

Der Fluss Miel entspringt in der Sierra de la Luna und fließt durch ein üppiges Tal von Korkeichen, Erlen und Farnen. Ein Relikt des ursprünglichen Algeciras, der „Grünen Insel -  Al-Yazirat al-Hadra“, das die gleichnamige Buleria musikalisch evoziert.

http://www.cadizturismo.com/publicaciones/ruta-paco-de-lucia


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