DOKUMENTATION

Lanzarote – Die perfekte Symbiose zwischen Mensch und Natur aktiv entdecken



Sicher hätte es César Manrique, den unvergessenen Sohn, Architekten und Künstler der Kanareninsel Lanzarote gefreut. Seine Insel, der er den Stempel aufdrückte durch seine Werke, die sich auf unnachahmliche Weise in die natürliche Umgebung einfügen, ja die natürliche Beschaffenheit der Umgebung erst richtig zur Geltung bringen, ist das erste touristische Zielgebiet, dem die Zertifizierung „Biosphere Responsible Tourism“ von Seiten der internationalen Organisation „Global Sustainable Tourism Council/GSTC verliehen wurde.

Bereits seit 1993 ist die Vulkaninsel erklärtes Biosphärenreservat der UNESCO. Lange bevor es den Begriff des nachhaltigen Tourismus gab, sorgte Manrique bereits seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch sein Engagement und sein Schaffen für jene perfekte Symbiose zwischen der einzigartigen Natur seiner Heimat und der von Menschen geschaffenen Kultur. Diese Symbiose macht bis heute den Reiz dieses einzigartigen Eilandes aus. Ohne das Schaffen dieses Mannes, der 1992 starb, wäre Lanzarote sicher nicht das, was es heute ist.

Mehr als 40 Prozent der Inselfläche stehen momentan unter besonderem Schutz. Insgesamt 12 Naturräume sind ausgewiesene National- oder Naturparks. Allein diese Zahlen lassen den natürlichen Reichtum erahnen, unter den mehr als 100 endemische und allein auf Lanzarote vorkommende Spezies der Flora und Fauna fallen. Allein im nördlich gelegenen Gebirgszug des Macizo de Famara findet sich die größte Anzahl von botanischen Endemismen pro Quadratkilometer in Europa.

Die Wunder der Insel erlebt man als Reisender am besten aktiv auf einer der herrlichen Wanderrouten,  oder auch per Mountainbike auf einer Tour, die auf 205 Kilometern einmal quer über das gesamte Eiland und durch die faszinierende Vulkan- und Mondlandschaft in sechs Etappen führt. 

Start- und Endpunkt ist die Hauptstadt Arrecife. Vorbei an ihren beiden mächtigen Festungen San Gabriel und San José verlässt man die Stadt und es geht zunächst entlang Salinen und den Stränden der Costa Teguise, dann durch eine Landschaft mit zahlreichen stachligen Opuntienfeldern bis zum Kaktusgarten, Jardin de Cactus. Sein Wahrzeichen, eine riesige grüne Kaktusskulptur, ist bereits von weitem ersichtlich. César Manrique entwarf den ungewöhnlichen Botanischen Garten, der mit mehr als 9.700 Pflanzen ausgeschmückt ist. In den unterschiedlichsten Größen und in skurrilen Gestalten finden sich hier Kakteen aus Amerika, Afrika und von den Kanaren. Dazwischen ragen seltsam geformte große Monolithe aus kompakter Vulkanasche. Auf der höchsten Stelle des Gartens steht die alte Windmühle von Guatiza, ein typisches Gebäude für die Insel, in dem verschiedene Getreidearten zum bekannten Gofio, einem Grundnahrungsmittel der Kanaren, gemahlen werden.

Den Arbeiten des genialen Bildhauers und Landschaftsgestalters Manrique begegnet man auch auf den weiteren Etappen der Tour. So liegen gleich zu Beginn der zweiten Etappe, die im Nordosten von Arrieta, durch das Malpaís de la Corona bis nach Ye führt, das Höhlenlabyrint der Cueva Verde und der Jameos del Agua.

Malpaís, schlechtes Land, nennt man jene Teile der Kanarischen Inseln, wo die einst fruchtbare Erde kilometerweit von Lava überströmt wurde. Ganze Bereiche bilden eine faszinierende Lavawildnis, wie hier am Coronavulkan. Auf der erkalteten, erstarrten Schlacke wachsen Tabaibas, ein Wolfsmilchgewächs und Aloe. Die Faszination der Welt unterhalb dieser Lava, lässt sich in den beiden berühmten Höhlen, die Manrique gestaltet hat, entdecken. Und ein Abend in den Höhlen begleitet von den Klängen der Musik bei einer der zahlreichen Konzertveranstaltungen in einer wahrhaft verzauberten Atmosphäre gehört sicherlich zu den unvergesslichsten Erlebnissen einer Reise durch Lanzarote.

Tagsüber ist es der rotbraune Staub, der aufwirbelt und seinen Eindruck auf der Haut hinterlässt. Die schwarzen Vulkanberge rings umher färben sich in den unterschiedlichsten Violett-Tönen. Die Sonne macht sich auf das letzte Stück ihres Weges hinter den Horizont. Wenn man einen Moment verweilt, vermeint man die Stille hören zu können. Noch einmal den Schweiß von der Stirn gewischt, einen weiteren Schluck Wasser trinken und dann heißt es, sich wieder auf den Sattel schwingen für die letzten Kilometer, um das Ziel der vierten Etappe der Route, Yaiza zu erreichen. Dort warten nach einem sportlichen abwechslungsreichen Tag ein erfrischendes Bad, ein Bummel durch dieses für viele vielleicht schönste Dorf der Insel mit seiner hübschen kleinen Kirche, dem gemütlichen Dorfplatz und seinen gepflegten von Blumenbeeten umgebenen weiß-grünen Häusern. Dazu gehört dann natürlich auch ein typisches kanarisches Abendessen und ein Glas vom Inselwein aus der Gegend von La Geria, die man auf der Route ebenfalls durchfährt.

Kleine weiße Gehöfte liegen in der Weinregion Lanzarotes verstreut in der Landschaft. Umgeben von den dunklen schimmernden Vulkanbergen wachsen die Reben in der Vulkanerde, liebevoll ummauert mit Steinen. Eigentlich mag man es nicht glauben, dass auf der schwarzen Erde aus Lavaasche und vulkanischem Schutt noch etwas gedeihen kann. Aber selbst bei der Fahrt entlang der Feuerberge im Timanfaya Nationalpark kann der aufmerksame Beobachter eine ganze Reihe unterschiedlicher Pflanzen entdecken. Weiße, gelbe, orange-farbene oder grüne Flechten und Binsen, Aloe oder sogar Feigenbäume wachsen dort. Sie alle bieten den Beweis dafür, dass das Leben auf diesem Stück verbrannter Erde längst wieder Einzug gehalten hat.

Aber nicht nur karges Lavagestein oder die schimmernden Feuerberge begegnen einem auf der Tour. Auf den verschiedenen Etappen erlebt man erstaunt  die Vielseitigkeit der Landschaften dieser Vulkaninsel. Da ist das Tal der zehntausend Palmen bei Haria genauso wie die fruchtbaren Gärten der Barrancos, der Täler und Schluchten des Nordostens. Da wachsen die Weinreben von La Geria und da gibt es schwarze, unberührte Strände und Lagunen wie der jadefarbene El Golfo, ein Kratersee zu Füssen eines steilen Felsenriffs oder die weißen Sandstrände und Dünen von El Jable.

Die Bewohner und Tourismusverantwortlichen Lanzarotes haben es durch jahrzehntelange Bemühungen, die mit Manrique ihren Anfang nahmen, geschafft, ihren Besuchern einen umweltverträglichen Zugang zu den einmaligen Natur- und Kulturlandschaften Lanzarotes zu schaffen und hautnah mit ihnen bekannt zu machen, wofür sie jetzt mit der Auszeichnung „Biosphere Responsible Tourism“ belohnt wurden.

Informationen zu Lanzarote, Wandermöglichkeiten und den Mountainbikerouten unter

www.turismolanzarote.com und www.lanzarotenbici.com sowie unter http://www.spain.info/de_DE/que-quieres/naturaleza/espacios-naturales/reserva_de_la_biosfera_lanzarote.html.


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