JAKOBSWEG

Nördliche Jakobswege zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt


Der Jakobsweg ist seit 1.200 Jahren eine der Hauptpilgerrouten des Christentums und verbindet verschiedene Punkte des europäischen Kontinents mit der Stadt Santiago de Compostela, in deren Kathedrale der Überlieferung zufolge die Reste des Apostels Jakobus ruhen. Im Lauf der Jahrhunderte hat sich der Jakobsweg als eine Achse herausgebildet, auf der, insbesondere im Mittelalter,  vielfältige Beziehungen und ein intensiver Austausch zwischen den Völkern Westeuropas, sowohl in kulturellen und künstlerischen als auch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, stattgefunden haben.

Nun hat das Welterbekomitee der UNESCO die Aufnahme der nördlichen Pilgerwege nach Santiago de Compostela in die Welterbeliste beschlossen. Die verschiedenen, heute zum Welterbe zählenden Routen des Jakobswegs erstrecken sich über eine Gesamtlänge von 1.498,91 km, wobei sich die Streckenlänge wie folgt verteilt:

  • Ursprünglicher Jakobsweg - 311,31 km
  • Küstenweg - 936,28 km
  • Jakobsweg durch das Landesinnere - 196 km
  • Lebaniego-Weg - 55,32 km

Des Weiteren wurden in die Liste 16 direkt mit dem Jakobsweg verbundene Kulturgüter aufgenommen, die unter strengem Denkmalschutz stehen:

  • Kathedrale San Salvador und Heilige Kammer in Oviedo
  • Kirche und Kloster San Salvador in Cornellana
  • Kathedrale von Lugo
  • Römische Stadtmauer von Lugo
  • Stiftskirche in Ziortza
  • Kathedrale Santiago Apóstol in Bilbao
  • Kirche Santa María de la Asunción in Castro Urdiales
  • Stiftskirche Santa Juliana in Santillana del Mar
  • Kirche San Salvador de Priesca in Villaviciosa
  • Kirche Santa María und ihr Pfarrhaus in Soto de Luiña, Cudillero
  • Kathedrale in Mondoñedo
  • Kloster Sobrado dos Monxes
  • Weg durch den Tunnel von San Adrián
  • Kathedrale von Vitoria-Gasteiz
  • Brücke von Briñas über den Ebro
  • Kloster Santo Toribio de Liébana


Die  Aufnahme der nördlichen Routen in die Liste des Welterbes der UNESCO bedeutet eine Erweiterung der Anerkennung, die 1993 dem Französischen Weg und 1999 den vier französischen Hauptpilgerrouten nach Santiago de Compestela zuteil wurde.

Die nördlichen Jakobswege waren als Nachfolger der Verkehrswege zwischen Frankreich und dem nördlichen Teil der Iberischen Halbinsel im Altertum die Hauptwege für die Verbreitung von Anschauungen, Kultureinflüssen sowie den diplomatischen und menschlichen Austausch zwischen den beiden Ländern. Sie stellen auch ein außergewöhnliches Zeugnis der christlichen Zivilisation im Lauf ihrer Geschichte dar. So spiegeln sie die verschiedenen Veränderungen wider, die diese Religion in den Formen des Gottesdienstes oder in den Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit durchlaufen hat. Desgleichen verkörpern sie die Spuren des historischen Vermächtnisses des frühen Christentums, eine Brücke zwischen den religiösen Ausdrucksformen der Spätantike und der hochmittelalterlichen Religiosität, die sich am stärksten in der Verehrung von Reliquien und der Heiligengräber widerspiegelten.

Sie bilden eine Verbindung von Anschauungen und künstlerischem Schaffen durch die Jahrhunderte, die umso bemerkenswerter ist, als sich entlang ihrer Routen die bedeutendsten Bauwerke aus der Vorromanik aus dem 8. - 10. Jh. erhalten haben. Darüber hinaus drangen auf diesen Wegen neue künstlerische Strömungen in ihren religiösen Ausdrucksformen im Zuge von Romanik, Gotik und Barock vor, die das Kulturerbe des Jakobswegs bereicherten.

Die nördlichen Jakobswege stellen den Ursprung der Wallfahrten zu Ehren des Hl. Jakobus dar und sind mithin die Wiege des Jakobswegs als ein außerordentliches Zeugnis der Macht, die der Glauben unter Menschen aller Gesellschaftsschichten und verschiedener geografischer Herkunft vom Mittelalter bis in die Gegenwart ausübt. Die Bedeutung des Jakobswegs geht jedoch über das religiöse Phänomen hinaus und vereint sich mit der Wallfahrt-Bruderschaft, die um die verschiedenen Glaubensrichtungen herum eine Prüfung des menschlichen Geistes in seinem Willen darstellt, ein Ziel oder einen Traum trotz aller Schwierigkeiten zu verwirklichen.


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