DOKUMENTATION

Herbstreisen
Naturerlebnisse, Feste und Märkte in den Pyrenäentälern von Navarra


Langsam verwandelt der Herbst die Blätter der weiten Weinfelder und der grünen Täler Navarras in einen bunten Farbenteppich. Die Schaf- und Rinderherden werden heimgeholt von den saftigen Hochweiden der Pyrenäen. Viele der Schäfer ziehen mit ihren Herden in den Süden Navarras, wo sie den Winter bei milderen Temperaturen verbringen werden. Die Gebirgskette der Pyrenäen verliert hier im Norden Navarras langsam an Höhe und Schroffheit und fällt sanft von Osten nach Westen ab. In den Dörfern und Städtchen der Region laufen die Vorbereitungen für die alljährlichen Herbstmärkte und Feste, die die Besucher mit den regionalen Genüssen und ländlichen Traditionen bekannt machen. Der Herbst ist für Naturfreunde und Genießer die vielleicht schönste Jahreszeit, um nach Navarra zu reisen. Die Tage der Weinlese sind gerade zu Ende gegangen. In den Bodegas kehrt wieder Ruhe ein. Und man genießt in lauschigen Kellereien den ein oder anderen guten Tropfen. Von den Weingebieten im Süden der Hauptstadt Pamplona geht es hinauf in die nördlichen Pyrenäentäler. Hier finden Naturfreunde und Liebhaber von Pilzen und Trüffeln ein reiches Angebot für Wanderungen mit Pilzsuche und den Genuss der Pilzgastronomie.

Das Alltagsleben in den Tälern wird noch immer von der Agrarwirtschaft geprägt. Weite Weidegebiete wechseln sich ab mit dichten Buchen-, Eichen-, Kastanien- und Nadelwäldern, mit Bergen, zerklüfteten Schluchten und forellenreichen Bächen. Die Dörfer hier oben pflegen bis heute ihre reichen Traditionen. Und so bedeutet eine Reise in das herbstliche Navarra auch das Erlebnis der zahlreichen Feste, die besonders im Oktober rund um die oft schon jahrhundertealte Tradition der Viehmärkte stattfindet.

Den Auftakt macht am 10. Oktober die Feria de Otoño, der herbstliche Jahrmarkt von Ezcároz, einem Dorf im grünen Tal von Salazar. Typisch für die Region sind die aus Naturstein und Holz errichteten Häuser, mit roten Schindeldächern und blumengeschmückten Balkonen in den gepflasterten Straßen. Hier in Ezcároz erhebt sich aus ihrer Mitte die spätgotische San Román Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Von den Wappen, die man an einigen besonders prächtigen Häusern erblickt, fällt insbesondere das Wappen des Tals ins Auge, mit einem Wolf, der ein Lamm zwischen seinen Zähnen trägt. Eine besondere Rolle im Festprogramm spielen die Pilze. So gibt es organisierte Pilzwanderungen, ein Kochwettbewerb, in dessen Rahmen die Migas, eine in einigen Regionen Spaniens typische Hirtenspeise aus Brotkrümeln und Speck, Eintöpfe und Paellas mit Pilzen zubereitet werden. Ausstellungen, Folklore und Tanz runden das Festtagsgeschehen ab.

Das Salazar-Tal selbst, das gerade mal 40 Kilometer von Pamplona entfernt ist, bietet Naturfreunden zwei spektakuläre Schluchten. Fast 400 Meter tief ist die Schlucht des Foz de Arbayun, die der Río Salazar im Laufe der Jahrmillionen in den Fels gegraben hat. Auf rund sieben Kilometern führt eine abwechslungsreiche Wanderung durch den Foz de Lumbier, von dessen Felswänden sich zahlreiche Greifvögel majestätisch in die Lüfte schwingen. Wer sich gerne in der Stille dichter Wälder verliert, sollte einen Spaziergang durch den Wald von Iratí einplanen, einem der größten Buchen- und Fichtenwälder Europas. Ein Besuch wert ist auch Ochogavia, der Hauptort des Salazar-Tals, ebenfalls mit prachtvollen Steinhäusem, romantischen alten Brücken und gemütlichen Plätzen.

Elegante einstige Adelshäuser und Paläste zieren die Straßen von Elizondo, dem Hauptort des Valle de Baztán, ein Dorf, dessen baskische Prägung nicht zu übersehen ist. Hier erlebt man während der Feria de Otoño ein Ambiente wie vor Jahrzehnten schon, als sich die Viehhändler und Bauern aus dem Umkreis auf der Plaza trafen, um den Jahrespreis für das Vieh der Pyrenäentäler auszuhandeln. Bis heute eine für die Region wichtige landwirtschaftliche Messe, kann der „normale" Besucher entlang der zahlreichen Stände mit Kunsthandwerk und den gastronomischen Produkten der Region schlendern, erlebt Tanz- und Folkloredarbietungen und genießt das lebhafte Ambiente in den Straßen des sehenswerten Städtchens. Am darauffolgenden Tag gibt es an den Ständen so manches „Schnäppchen" zu ergattern, denn dann findet der sogenannte „Markt der Frauen" statt, an dem die vom Vortag übrig gebliebenen Produkte besonders günstig verkauft werden. In diesem Jahr feiert Elizondo seine Feria de Otoño am 30. und 31. Oktober.

Nicht weit von Elizondo entfernt, befindet sich das Dorf Zugarramurdi und seine berühmte Höhle, bei deren Besichtigung man sich auf die Spuren der unrühmlichen Geschichte der Inquisition begibt. Gerüchten zufolge sollten sich dort im Mittelalter Hexen und Zauberer getroffen haben. Die schreckliche Folge war für mehrere Frauen aus dem Ort der Tod auf dem Scheiterhaufen.

Zurück in der Gegenwart ist man in Vera bzw. Bera de Bidasoa, ebenfalls unweit von Elizondo in den Pyrenäen gelegen. Hier wird am 25. Oktober der Dia de la Tierra, der „Tag der Erde" — auf Baskisch „Lurraren Egun" gefeiert, eines der herausragenden ländlichen Feste der Bidasoa-Region. Einwohner und Besucher treffen sich an diesem Tag an den zahlreichen Ständen im Stadtteil von Alzate, wo man die Produkte der Region genießen und erwerben kann: Gemüse, Obst und einiges mehr, das Mutter Erde der Gegend beschert. Dazu gibt es viel Musik, die sogenannten bertsolis (baskische Lieder) und Tanz. Viele der alten Volkstänze der Pyrenäentäler Navarras und des Baskenlandes erinnern an die alltägliche Arbeit der Menschen auf dem Land. Mit etwas Glück erlebt man in Bera den typischen Malkindantza, in dessen Rahmen die Tänzer die Bewegungen der Hackarbeit in den Feldem und Gärten nachempfinden. Bei den Käse-und Sidra-Wettbewerben lernt man darüber hinaus zwei weitere der hervorragenden landestypischen Produkte kennen, die auch beliebte Mitbringsel für Daheim sind.

Informationen im Internet unter:
http://www.turismo.navarra.es/deu/home/
sowie www.spain.info


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