DOKUMENTATION

Auf „Grünen Wegen“ in den bunten Herbst


Auf dem „Bärenpfad“ in Asturiens wilder Natur
Sie sind zweifelsohne die „Stars“ dieser Route, bei denen jeder einen Halt einlegt: Die Braunbärenschwestern Paca und Tola wurden einst aus der Hand von Wilderern befreit und leben heute in Halbfreiheit auf dem Grundstück der „Casa del Oso“ am Monte Fernanchín nahe dem asturischen Ort Proaza. Hier in der zerklüfteten Berg- und Waldlandschaft Asturiens sind auch heute noch viele ihrer Artgenossen heimisch und lassen sich mit etwas Glück in freier Wildbahn beobachten. Die „Via Verde“, der „Grüne Weg“, der den Namen „Senda del Oso“ – „Bärenpfad“ – trägt, folgt dem ehemaligen Verlauf der Bergbau-Eisenbahn, die einst die Kohle aus den Minen von Quiros und Teverga zu einer Fabrik in Trubia beförderte. Die ehemals 40 km lange Strecke kann heute auf rund 30 ausgebauten Kilometern per Rad, Pferd oder zu Fuß entdeckt werden.

Startpunkt der Tour durch die Landschaft mit ihren sattgrünen Hügeln, schroffen Bergen, Wäldern, Weiden, Flüssen und kleinen Dörfern ist Tuñon. In dem Ort lohnt sich ein Blick auf die kleine präromanische Kirche Santo Adriano aus dem 9. Jahrhundert. Die Präromanik und die Romanik prägen die Dörfer und Städte Asturiens genauso wie die Natur auch auf dieser Route. Kleine Weiler und Gehöfte aus Naturstein mit roten Dächern liegen am Weg. Zahlreiche römische Brücken führen über die Flüsse Trubia und Teverga. Und die Bergwelt grüßt mit schmalen Wegen und 20 Tunneln, die es zu durchqueren gilt. Villanueva, eine weitere Station auf dem „Bärenpfad“ wird überragt von schroffen Bergen. Ganz in der Nähe lohnt sich ein Abstecher zur Xanes-Schlucht, deren Verlauf man von einem in die Felsen geschlagenen schmalen Hohlweg folgen kann.

Über das Städtchen Proaza mit seinem wuchtigen mittelalterlichen runden Turm und dem Infozentrum über den Braunbär geht es durch die herrliche Natur vorbei an Pappeln, Kastanien und Walnussbäumen, durch Eichenwälder mit immer wieder überraschenden Ausblicken auf die umliegenden Berge. Bei Caranga teilt sich der Weg in zwei Varianten. Hier kann man sich entweder für die 9 km lange Strecke über den „Prähistorischen Park“, in dem man alles über berühmte Beispiele der Höhlenmalerei erfährt, bis zur Cueva Huerta entscheiden. Die 14 km lange Höhle ist eines der beeindruckenden Beispiele der unterirdischen Karstsysteme dieser Region. Oder man begibt sich auf die südöstliche Variante nach Quirós und Bárzana, um von dort weiter die herrlichen Gebirgsregionen des Biosphärenreservats von Ubiña und der Sierra del Aramo zu entdecken.

Auf dem „Weg der Zistrose“ über die Berge Toledos
Vom grünen Norden geht es in die Mitte Spaniens, um auch hier einer der zahlreichen „Vias Verdes“ zu folgen. Schließlich existieren im ganzen Land mittlerweile mehr als 2.400 km ehemaliger Eisenbahntrassen, die als Rad-, Reit- und Wanderwege ausgebaut wurden. Sie sind größtenteils befestigt und einfach zu befahren bzw. zu gehen und eignen sich für die ganze Familie und jedes Niveau. Entlang ihrer Routen entdeckt man ein vielfach unbekanntes Spanien, seine kleinen Dörfer, stillgelegte Bahnhöfe, Stauseen, Bäche und Flüsse und die herrlichen Mittelgebirgslandschaften im Inland. Insbesondere im Herbst und im Frühjahr ist es besonders schön, das Land entlang der Vias Verdes zu erkunden.

Zwischen Toledo und Oropesa in Kastilien La Mancha befindet sich der einsam gelegene Bahnhof von Calera y Chozas. Unweit von hier liegt das Städtchen Talavera de la Reina, das bekannt ist für seine Keramik und Töpfereien. Am einstigen Bahnhof startet der „Grüne Weg der Zistrose“, die „Via Verde de la Jara“, die auf insgesamt 52 Kilometern über die Montes de Toledo bis an die Grenze der grünen Sierra de Villuercas in der Extremadura führt. Ganz anders als im üppigen Norden Spaniens geht es hier zunächst durch eine trockene Landschaft, dann durch die typisch mediterrane Berglandschaft, vorbei an Stauseen, alten Mühlen und verlassenen Bahnhöfen, immer begleitet vom Lauf des Tajo über die Berge von Toledo. Aldeanueva de Barbarroya ist das einzige Dorf auf dieser alten Bahnstrecke, auf der kurioserweise niemals ein Zug fuhr. Entlang des Rio San Vicente, über Viadukte und durch Tunnel, gilt als obligatorischer Stopp der alte Bahnhof von Campillo-Sevilleja, wo ein Restaurantwagen zur Einkehr lockt. Wer Lust hat, eine längere Rast einzulegen, kann gleich im danebenstehenden Schlafwagen übernachten.

Die Berge der Sierra de Altamira im Blick erreicht man schließlich nach 52 Kilometern den Bahnhof von Santa Quitería und damit das Ende der Via Verde. Wer Lust hat, weiterzufahren, überschreitet die Grenze zur Extremadura und entdeckt die traumhafte, immer noch unbekannte Sierra de Villuercas. Steineichen und Kastanien, Olivenbäume und Pappeln begleiten die Reisenden. Einzigartig in den Tälern von Villuercas ist die Vegetation, die noch aus dem Tertiär stammt, als in Europa ein feuchteres, sub-tropisches Klima vorherrschte. Schönster und bekanntester Ort in dieser Region ist das herrlich gelegene  Wallfahrtstädtchen Guadalupe mit seinem mächtigen Kloster, schmalen blumengeschmückten Gässchen und Plätzen, auf denen man wunderbar von der Tour ausruhen kann.

Auf dem Grünen Weg von El Ronquillo durch die Dehesas Nordandalusiens
Auf die dritte Etappe auf den Vias Verdes schließlich geht es über die Extremadura hinaus noch ein Stück weiter südlich nach Andalusien, in den Nordwesten der Provinz Sevilla nahe der Grenze zu Huelva. Ebenfalls eine Region, deren Entdeckung gerade im Herbst lohnt, wenn sich die Hitze des Sommers gelegt hat. Die „Via Verde de El Ronquillo“  folgt auf 9,2 Kilometern dem Verlauf eines ehemaligen Minenzugs in einem Gebiet, das reich war an Erzen. Schon die Phönizier und Römer bauten hier Kupfer, Gold und Silber ab. Das berühmteste Beispiel sind die Minen des Riotinto in der Provinz Huelva, wo nicht nur das Minenmuseum und die Minen selbst, aber auch besonders die Landschaft um den rostfarbenen Fluss eine spektakuläre Besonderheit darstellen. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts blühte der Bergbau in der Region und es entstanden die Eisenbahntrassen für den Transport der Erze nach Huelva oder Sevilla. Im Fall des Grünen Wegs von El Ronquillo transportierte der Minenzug Kupfer, Eisen, Zink und Blei aus den Minen von Cala in der Provinz Huelva bis an den Guadalquivir nach  San Juan de Aznalfarache bei Sevilla, um von dort verschifft und in den Norden Europas transportiert zu werden.

Los geht es am restaurierten und heute zu einem kleinen Hotel und Restaurant umfunktionierten Bahnhof von El Ronquillo unweit der N630, die Mérida in der Extremadura mit Andalusien und Sevilla verbindet und in weiten Teilen der berühmten Silberroute, der Via de la Plata der Römer folgt. Die meiste Zeit führt die Route entlang dem Ufer des Stausees von Minilla durch die stille Dehesa-Landschaft, die geprägt ist von den zahlreichen Steineichen, die so charakteristisch für die Gegend sind. „Dehesas“ nennt man die Weidegebiete auf denen unter den weit ausladenden schattenspendenden Kronen der Steineichen die schwarzen  iberischen Schweine, Kühe und Stiere hier im Norden Andalusiens, der Extremadura und Kastiliens weiden. Die Stimmen der zahlreichen Vögel, das Zirpen der Grillen und Zikaden und der sanfte Wind in den Blättern sind die einzigen Geräusche, die die Stille dieser ganz besonderen Landschaft durchdringen. Immer wieder sieht man weit oben den einen oder anderen Raubvogel seine Kreise ziehen.

Mehrmals laden Tische und Bänke entlang der Route zu einer Rast oder einem Picknickstopp ein. Korkeichen, wilde Öl- und Olivenbäume säumen den Weg. Das ein oder andere Gatter, das es zu öffnen und wieder zu schließen gilt, erinnert daran, dass der Weg durch Weidegebiet führt. Der Stausee von Minillo wird vom Fluss Rivera de Huelva gespeist. Zunächst ein breiter, ruhiger See, wird er im Verlauf der Strecke immer schmaler bis man schließlich nicht mehr erkennt, ob es noch Teil des Sees oder schon der Fluss selbst ist, der einem begleitet. Ab und an geht es zwischen sanften Hügeln hindurch, vorbei an Resten der alten Bahntrasse bis zu den, von der Vegetation umrankten Ruinen des ehemaligen Bahnhofs von El Ronquillo-Empalme, wo schließlich dieser Weg durch eine der charakteristischsten Landschaften Spaniens endet.

Informationen über die oben beschriebenen und sämtliche in Spanien existierende Grüne Wege im Internet unter www.viasverdes.com. Unter http://www.viasverdes.com/pdf/FolletoVVBroschure2015.pdf erhält man die deutschsprachige Broschüre zu den Grünen Wegen.

Weitere Informationen in den spanischen Fremdenverkehrsämtern und unter

http://www.spain.info/de_DE/reportajes/vias-verdes-espana-senderos-naturaleza.html
http://www.spain.info/de_DE/reportajes/las_vias_verdes_de_espana.html
http://www.spain.info/de_DE/reportajes/las_vias_verdes_otra_forma_de_conocer_espana.html.


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