EXTREMADURA

40 Jahre Museum Vostell


Das Museum Vostell in Malpartida de Caceres, das ein Stück deutsche Kultur im Herzen der Extremadura beherbergt, feiert sein 40-jähriges Bestehen.  Das Museum, das zu den originellsten Zentren für Zeitgenössische Kunst in Spanien zählt,  wurde im Oktober 1976 von dem deutschen Künstler Wolf Vostell ((Leverkusen, 1932 – Berlin, 1998) gegründet. Der Entdecker der Dé-collage, Vater des Happenings in Europa, Mitbegründer der Fluxus-Bewegung und Pionier der Videokunst erwählte zum Sitz dieses besonderen Museums eine ehemalige Wollwaschanlage in 14 km Entfernung von Cáceres. Sie kam durch ihre geographische Lage seinem Ansinnen, Natur und Kunst miteinander zu verbinden, nahe.

Das Museum befindet sich in dem Landschaftsschutzgebiet Los Barruecos,   einem geologisch und ökologisch bedeutsamen Areal, das sich durch große Granitfelsen, die im Lauf der  Zeit geformt wurden, zahlreiche Wassertümpel  und Schwarzstorchnester  auszeichnet.

Im Museum selbst stechen zwei Sammlungen hervor:
Die Sammlung von Wolf und Mercedes Vostell enthält verschiedene Kunstwerke, die aus Elementen unserer Zeit wie dem Auto, dem Fernseher oder dem Beton bestehen. Sie wurden transformiert, um auf die Schattenseiten und Konflikte der Gesellschaft, in der wir leben, hinzuweisen. Dazu gehören Werke wie „Die Beton-Stiere·, „Der Tod hat Durst“, „Autofieber“ oder die Gartenskulptur „Warum dauerte der Prozess zwischen Pilatus und Jesus nur zwei Minuten?“. Diese einem Marterpfahl ähnliche Skulptur ist 16 Meter hoch und aus Teilen einer russischen MIG-21, zwei Autos, Computerbildschirmen und drei Klavieren zusammengesetzt.

Fluxus, die zweite Sammlung des Vostell-Museums,  ist ein Geschenk des italienischen Sammlers Gino di Maggio an die Region Extremadura. Sie besteht aus 250 Werken von 31 nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Künstlern. Ergänzt wird sie durch eine Sammlung von 60 Werken konzeptueller Künstler, die Bilder, Objekte, Skulpturen und Installationen von 48 Autoren umfasst.

Im Gegensatz zu der kreativen Phantasie der ausgestellten Fluxus-Kunst beherbergt das Museum zusätzlich ein ganz bodenständiges Dokumentationszentrum zur Geschichte der Wollwaschanlage von Los Barruecos  und den Viehdriften, in dem sich neueste Technologie mit Elementen der Schäfer- und Transhumanztradition abwechseln. Poster, Fotografien, Zeichnungen, interaktive Programme, eine Reliefkarte der iberischen Halbinsel, auf der die Königlichen Viehwege eingezeichnet sind und ein großes Modell einer sich in Betrieb befindenden Wollwaschanlage erklären das Phänomen der Transhumanz, das über Jahrhunderte für Spanien von großer Bedeutung war.

http://museovostell.gobex.es


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