DOKUMENTATION

Herbstreisen - Mit dem Fahrrad unterwegs zwischen Atlantik und Mittelmeer


Es ist Herbst. Und doch verspricht das Licht schon jetzt am frühen Morgen, einen hellen und sonnendurchfluteten Tag. Keine brütende Hitze mehr, aber Temperaturen, die zum Aktivsein und zum Aufenthalt im Freien einladen. Die Strände der „Küste des Lichtes“, der Costa de la Luz haben sich merklich geleert. Jetzt ist die Zeit gekommen für jene, die die unberührten Naturlandschaften und stillen weißen Orte im Hinterland und an der Küste selbst aktiv per Pedes, Fahrrad oder auch hoch zu Ross erkunden möchten.

Für die Liebhaber des Radsports gibt es seit gut einem Jahr das Mountainbike-Zentrum Centro BTT Alcornocales. Genau dort, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen, wo die Küste Afrikas nur ganze 14 km entfernt ist, an der Meerenge von Gibraltar, gibt es auf knapp 437 Kilometern acht verschiedene Routen für Mountain- und Trekkingbike-Fans für jedes Niveau. Der höchste Punkt der Strecken liegt auf 837 Metern über dem Meeresspiegel, der niedrigste auf 0 Metern. Die Routen verlaufen durch zwei Naturparks mit Landschaften, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die ariden, von Wind und Sonne geprägten Landschaften des Parque Natural del Estrecho: Entlang der Küste, vorbei an Klippen und von Wind und Wasser abgeschliffenen Felsplatten, über die langen Sandstrände hinter Tarifa, zu den Dünen nahe der alten römischen Ruinenstadt von Bolonia bis ins Hinterland zu den fruchtbaren Ebenen und Feldern der Region und zu den sanften Bergen südlich von Cádiz.

Ganze Wälder aus Korkeichen prägen dagegen den nach diesem Baum benannten Naturpark Los Alcornocales, mit 170.000 Hektar das drittgrößte der zahlreichen Naturschutzgebiete Andalusiens. Ein kleiner Teil noch zur Provinz Málaga gehörend, befindet sich der größte Part in der Provinz von Cádiz und überzieht Teile der Gemeindegebiete einiger der schönsten Orte der Region, wie Arcos de la Frontera, Medina Sidonia, Benalup, dem von Künstlern und Kunsthandwerkern wiederbelebten Castellar de la Frontera, Tarifa, Ubrique oder Jerez de la Frontera. Traditionell spielt bis heute die Korkgewinnung eine wichtige Rolle im Naturpark. Zwischen Juni und Mitte August werden die zum Teil mächtigen Stämme der Bäume geschält.

In großer Anzahl finden sich diese Korkeichen in den von Flüssen tief eingeschnittenen, engen Tälern der Region, umgeben von Rhododendron, Lorbeer, Haselnusssträuchern, Stechpalmen und den in andalusischen Wäldern seltenen Farnen. Daneben werden sie vor allem von Stein- und Bergeichen sowie wilden Olivenbäumen flankiert.

Beide Naturparks und einen Großteil der vorhandenen Ökosysteme und Landschaften des Gebietes durchläuft die Paraderoute des Zentrums, die unter dem Namen „Gran Sur“ – „Großer Süden“, als Route Nummer 7 aufgeführt ist. 102 Kilometer lang und von recht hohem Schwierigkeitsgrad, sollten weniger geübte Fahrer sie besser auf mehrere Etappen verteilen. Ausgangspunkt ist die Venta El Frenazo im Hinterland von Algeciras in der Nähe von Los Barrios. Durch das grüne Valle de Ojén geht es entlang Viehweiden, vorbei an sprudelnden Bächen, Kork- und Bergeichen aufwärts über den Pass von Ojén bis zum Stausee von Almódovar, einem herrlichen Platz, um eine Rast einzulegen.

In einer weiten Schleife führt die Route danach durch die mediterranen Wälder in Richtung Süden und so nähert man sich langsam der Küste. Ein Holzsteg führt über das geschützte Hinterland der wunderbaren, sich über sieben Kilometer erstreckenden Strände von Los Lances schon in der Nähe von Tarifa. Die Strände verlocken dazu, das Rad einfach stehen zu lassen, ein Bad oder einen Strandspaziergang einzulegen.

Und dann wartet das bei Surfern aus aller Welt beliebte Städtchen Tarifa. Durch das noch aus maurischen Zeiten stammende Stadttor Puerta de Jerez betritt man die engen Gassen der hübschen Altstadt, wo man in einer der zahlreichen Tapas-Bars nicht nur einen erfrischenden Drink und einen der typischen spanischen Snacks genießt, sondern auch einen Hauch der unverwechselbaren Atmosphäre des andalusischen Surfermekkas verspürt. Vielleicht noch ein Bummel zum Castillo de Guzmán mit seinem weiten Ausblick bis zur marokkanischen Küste, und dann zieht es einen wieder zurück zum Rad.

Weiter geht es entlang der Küste, vorbei an Klippen und später wieder kontinuierlich ansteigend bis zum sogenannten Mirador del Estrecho. Was für ein wunderbarer Ausblick an diesem klaren Herbstnachmittag: Die Meerenge liegt einem zu Füssen und die Küste von Nordafrika zum Greifen nahe. Ein letzter Blick und dann führt die Route wieder ins Hinterland Richtung Pass von Ojén und schließlich auf dem letzten Stück zurück bis zum Ausgangspunkt.

Neben dieser längsten und einer der schwierigsten Routen stehen weitere interessante Strecken in diesem naturverwöhnten Teil des Hinterlands der Costa de la Luz für den Anfänger bis zum Fahrradexperten zur Verfügung. Alle Routen sind klar eingeteilt und dokumentiert. An den Start- und Endpunkten steht den Radfahrern ein 24-Stunden-Service zur Verfügung. Neben Unterkunft, Verpflegung und Abstellplätzen fürs Rad gibt es touristische Information, die Möglichkeit zur Fahrradreparatur und –wäsche sowie sämtliche Strecken zum Download im Netz. Nur 18 % der Routen verlaufen auf Asphalt; 66 % führen über Wanderwege und 16 % auf Pfaden.

Der einfachen Orientierung halber sollte man sich das Routenbuch der Strecken oder ein GPS-Track auf der Internetseite des Zentrums herunterladen. Bewusst wurde auf eine starke Beschilderung der Strecken verzichtet, um die visuelle Verschmutzung der Umwelt zu vermeiden.

Das Zentrum bietet auf seiner Webseite: www.centrobttalcornocales.com ebenfalls eine Liste von Unterkünften von Pensionen bis zu 4-Sterne-Hotels und Bars, Restaurants, Cafés, Werkstätten und Fahrradläden in der näheren Umgebung. Daneben sind weitere Unternehmen für Aktivtourismus aufgelistet, um die herrlichen Naturregionen zu Fuß, per Rad oder Pferd oder auch mit dem Geländewagen zu entdecken. Weitere Infos zur Region auch unter

www.cadizturismo.com sowie www.spain.info


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