NAVARRA

Auf der Jagd nach schwarzen Diamanten: Das Trüffelmuseum von Metauten


Die kleine Ortschaft Metauten am Rande der Sierra de Santiago de Lóquiz im Landkreis Tierra Estella kann sich rühmen, Sitz des ersten Nationalen Trüffelmuseums in Spanien zu sein. Das in einem modernen Gebäude untergebrachte Museum liegt im Tal von Allin elf Kilometer von Estella und 55 Kilometer von Pamplona entfernt. Mittels Schautafeln, interaktiver Multimediaprojektionen, Ausstellungsvitrinen und einem Museumsshop erfahren interessierte Feinschmecker alles zu dem unterirdisch wachsenden Pilz, der nicht zuletzt seines Preises wegen auch als „schwarzer Diamant“ bezeichnet wird.

Die Trüffel lebt quasi in Wohngemeinschaft mit den Wurzeln von einigen Baumarten wie der Eiche, Kastanie und dem Walnussbaum. Dank ihrer dunklen Farbe und ihres charakteristisches Aromas ist sie ein hochgeschätztes Produkt in der Haute Cuisine - und eine natürliche Ressource der Sierra de Lóquiz.

Besondere Aufmerksamkeit wird in der Ausstellung den Bäumen gewidmet, die für die Suche und das Sammeln der Trüffeln geeignet sind. Ein weiterer Ausstellungsaspekt gilt ihrem biologischen Zyklus. Es reifen nur diejenigen Exemplare heran, die hohe Temperaturen und geringe Niederschläge verkraften. Zwar werden manchmal riesige Trüffeln gefunden, doch bewegt sich ihre durchschnittliche Größe zwischen der einer Traube und einer Kartoffel.

Der Museumsshop ist einer der wenigen Orte in Navarra, wo Trüffeln verkauft werden. In der Saison werden schwarze Trüffeln und Sommertrüffeln auch frisch angeboten. Gourmands finden das ganze Jahr über eine große Auswahl an Trüffel-basierten Produkten wie Öle, Essige, Gänseleber, Soßen, Nudeln, Schokolade. Hinzu kommen regionale Marmeladen, Spirituosen und Weine. Kochbücher mit köstlichen Trüffelrezepten runden das Angebot ab.

Das unverwechselbare Aroma der Trüffel ist für den Geruchssinn des Menschen beim Sammeln nicht wahrnehmbar. Aus diesem Grund nutzten die Sammler traditionell Schweine und Wildschweine wegen ihrer olfaktorischen Fähigkeiten zum Auffinden der Köstlichkeiten. Da die Schweine jedoch häufig einen Teil der Beute auffressen, verwenden die Sammler nun bevorzugt Ziegen und Hunde, die sich als ebenso gute Schnüffler erwiesen haben. Erfahrenen Sammler entdecken die Fundstellen jedoch auch anhand der Trüffelfliegen.

In der Antike wurden den Trüffeln aphrodisiakische Fähigkeiten zugeschrieben. Die Ägypter aßen sie paniert und die Griechen veranstalteten gastronomische Wettbewerbe mit ihr im Athen des vierten Jahrhunderts vor Christus. Im Mittelalter fand der Trüffelgenuss ein vorübergehendes Ende, da sie wegen ihrer schwarzen Farbe und amorphen Erscheinung als Teufelswerk galten. Erst im achtzehnten Jahrhundert erfuhr die Trüffel, die heute zu Höchstpreisen gehandelt wird, durch die königlichen Köche wieder neue Impulse. Ob roh oder gekocht, Trüffeln adeln Gerichte wie etwa Timbales. Sie harmonieren perfekt mit Wild oder Gänseleber und verleihen Fleisch, Rührei und vielen Beilagen ein unverwechselbares Aroma.

Das Trüffelmuseum organsiert für Gruppen nach Voranmeldung eine Trüffelsuche mit Experten. Aber auch im nahe gelegene Tal La Valdorba kommen Trüffelliebhaber auf ihre Kosten. Dort können sie auf einer Trüffelmesse viele verschiedene Trüffelgerichte probieren oder an einer Demonstration der Trüffelernte teilnehmen. In diesem Jahr findet die Messe am 18. Dezember 2016 statt.

Museo de la Trufa
Carretera de Ganuza 1,
31241 Metauten
www.museodelatrufa.com


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