DOKUMENTATION

Huelva – Spaniens Gastronomiehauptstadt 2017


Nach Toledo im vergangenen Jahr trägt 2017 die andalusische Stadt Huelva den Titel als Spaniens Hauptstadt der Gastronomie.

Ist Huelva als Stadt bislang international noch relativ unbekannt, so hat sie mit ihrer Umgebung sowohl in touristischer als auch gastronomischer Hinsicht eine Menge zu bieten. So liegt die Stadt direkt an der Costa de la Luz, umgeben von einer 120 km langen Küstenlinie mit weißen Dünenstränden, die kontrastreich von zahlreichen grünen Pinienwäldern eingerahmt werden. Einst als Tor zu Amerika bekannt, startete von hier aus dem damaligen Hafen von Palos de la Frontera vor genau 525 Jahren Kolumbus zur Entdeckung einer Neuen Welt. Ein weiteres Jubiläum, das im Jahr 2017 in der Provinz Huelva gefeiert wird.

Im Osten zur Provinz Cádiz hin erstreckt sich mit dem Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe der Doñana ein Naturgebiet mit enormer Ausdehnung und von einzigartigem biologischen Reichtum. Marschland, Dünen und „Cotos“ aus Pinien- und Buschwäldern bieten zahlreichen Tieren ein Zuhause und Naturliebhabern und Vogelbeobachtern ein Paradies.

Gastronomische Highlights
Die Gastronomie an dieser Küste wartet dann auch auf mit einem großen Variantenreichtum an Meeresfrüchten und Fischgerichten. Die Auswahl reicht von Krustentieren, Austern, Weißen Garnelen und Langschwanzgarnelen über Seeschnecken, Tintenfische und Muscheln bis hin zu zahlreichen Fischsorten wie Rochen, Seezunge, Schwertfisch, Rotbrassen und dem berühmten Thunfisch. Über die Grenzen bekannt sind der luftgetrocknete Thunfischschinken „mojama de atún“ und die „chocos fritos“, kleine gebratene Tintenfische. In den Restaurants von Huelva findet man typische Gerichte wie „Almejas a la marinera“ – Muscheln nach Seemannsart, Bohnen mit chocos, Rochen mit Paprika, Katzenhai mit Tomaten oder Seeteufel in Weißwein. Womit auch die Weinproduktion der Herkunftsbezeichnung D. O. Condado de Huelva Erwähnung findet, die besonders mit ihren hervorragenden Weißweinen brilliert. Eine Spezialität ist auch der „Vino naranja del Condado“, der einzige europäische Orangenwein mit Herkunftsbezeichnung. Unter der gleichen Herkunftsbezeichnung produziert die Region darüber hinaus erstklassigen Essig.

Ganz im Norden warten mit der Sierra de Aracena y Picos de Aroche nicht nur grüne Wälder und herrliche Wanderwege, sondern vor allem die einmalige Landschaft der „Dehesas“, Weidegebiete mit Kork- und Steineichen, unter deren mächtigen, weitausladenden Kronen die berühmten dunkelfarbigen iberischen Schweine weiden. Sie liefern eines der hervorstechendsten gastronomischen Produkte der Region: Den berühmten Pata Negra- oder Schwarzhufer-Schinken aus Jabugo und den anderen Dörfern rund um den weißen Hauptort Aracena. Durch eine eigene Herkunftsbezeichnung geschützt, wird der Edelschinken in rund 30 Dörfern der Region produziert. Wenn man durch die Dörfchen schlendert, weht einem nahezu überall jener charakteristische Geruch des Schinkens um die Nase und es gibt keine Bar und kein Gasthaus, von deren Decken nicht die Schinken hängen. Natürliche Eichelmast und extensive Haltung der schwarzen iberischen Schweine sorgen bis heute dafür, dass der abgehangene, luftgetrocknete Schinken Weltruhm erlangt.

Reisende, die den Naturpark und das grüne Bergland der Sierra de Aracena y Picos de Aroche besuchen, finden aber auch andere gastronomische Köstlichkeiten vor, wie den „gazpacho de invierno“, eine geschmackvolle, mit Koriander gewürzte Gazpacho-Variante für jede Jahreszeit, das gehaltvolle Eintopfgericht „sopa de peso“, zahlreiche Pilzsorten, Ziegenkäse, Rosmarin- und Schopflavendelhonig, Kastanien und Walnüsse. Und natürlich ist das iberische Schwein auch Basis für eine Reihe hervorragender Schweinefleischgerichte.

Fährt man von der Sierra im Norden wieder zurück Richtung Meer, kommt man durch das Bergbaugebiet der Provinz mit dem größten europäischen Tagebaugebiet Corta Atalaya am traditionsreichen Bergbaupark der Minen des Río Tinto. Die Landschaften dieser Andevaló genannten Region sind neben dem Bergbau geprägt von Weideflächen, Wäldern, Gärten und Ackerland. Hier weiden vor allem Schafe und Rinder. Neben ihnen als Fleischlieferanten sind insbesondere Gerichte aus Rebhuhn und Wachteln, Wildschwein und Kaninchen typisch.

Und spricht man von den Produkten Huelvas darf man auch das in Deutschland bekannteste Produkt, die Erdbeeren, nicht vergessen.

Programm des Gastronomiejahres
Zu den ersten Aktivitäten dieses Jahres gehörte die Vorstellung der andalusischen Stadt als neue Gastronomiehauptstadt Spaniens auf der Tourismusmesse FITUR in Madrid. Dort wurde ebenso die, wie auch in den vergangenen Jahren neu entworfene Briefmarke für die Gastronomiehauptstadt präsentiert. Sie zeigt einen Fächer mit den Vorzeigeprodukten der Region:  die Babytintenfische „chocos“, weiße Garnelen, Erdbeeren, Schinken und der Weißwein aus dem Condado.

Huelva will mit einem speziellen Programm neben der gastronomischen Angebotspalette vor allem auch seine kulturellen Sehenswürdigkeiten, Traditionen und Feste präsentieren. Das bekannteste Fest der Provinz ist die berühmte Pfingstwallfahrt, die Romería von El Rocío, einem kleinen Ort am Rand des Doñana-Nationalparks, in dessen Rahmen sich Tausende von Pilgern aus dem ganzen Land mit reich geschmückten Wagen, zu Pferde oder zu Fuß zur Jungfrau vom Schnee in El Rocío begeben.

Ein zum Anlass des Gastronomiejahres ins Leben gerufene Festkomitee hat mit der Ausarbeitung des Programms begonnen, das jeweils zum Anfang jedes Vierteljahres bekannt gegeben wird. Für das erste Vierteljahr sind verschiedene Urban-Art-Aktionen, die Gastro-Tour EMTUSA, die Einführung eines touristischen Gastronomie-Zuges und eine Foto-Rallye „Tasting Huelva“ geplant. Ein speziell geschaffenes touristisches Paket unter dem Namen „Heute essen wir in Huelva“ enthält Übernachtung, einen geführten Stadtbesuch und ein Degustationsmenü. Hinzu kommen Kochkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bereits im Februar wird Huelva Austragungsort für den Internationalen Wein- und Spirituosen-Wettbewerb 2017 und die VIII. Verkostung von Olivenöl der Kategorie Virgen Extra ausrichten. Ein weiteres gastronomisches Ereignis im ersten Vierteljahr ist der Kongress für Miniaturküche „Minimal“, bei dem die Tapa im Mittelpunkt steht, am 12. und 13. März. Das ganze Jahr hindurch werden gastronomische Themenwochen organisiert, die sich jeweils einem typischen Produkt der Provinz widmen. In ihrem Rahmen werden die Restaurants ein spezielles Gericht auf Basis des jeweiligen Produktes anbieten.

Informationen zu den touristischen Sehenswürdigkeiten unter http://www.turismohuelva.org/de/ und www.spain.info; zur Gastronomie und den Aktivitäten rund um die Gastronomiehauptstadt  unter www.huelvacapitalgastronomica.com und  https://capitalespanoladelagastronomia.es (beide auf Spanisch).


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