DOKUMENTATION

Städteerlebnis Spanien
Ideen für abwechslungsreiche Städtereisen nach Spanien


Metropolen am Meer: Kulturhighlights, Märkte und Hafenatmosphäre

„Die Stadt der Museen“. So nennt sich Málaga mittlerweile. Die Geburtsstadt Picassos, die früher Costa del Sol-Urlauber meist nur auf der Durchreise vom Flughafen in die Küstenorte erlebten, hat sich wie kaum eine andere spanische Stadt in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Hotspot für Kunstliebhaber entwickelt. Als neueste Eröffnung glänzt seit Dezember des vergangenen Jahres der alte Zollpalast, Palacio de Aduanas, mit seinen Abteilungen für Schöne Künste, in der mehr als 2.000 Gemälde zu sehen sind, und Archäologie mit rund 15.000 Exponaten. Zu den musealen Höhepunkten unter den rund 30 Museen der Stadt zählen das kürzlich eröffnete Centre Pompidou Málaga, das neue Russische Museum von Sankt Petersburg und das Picasso-Museum, das bereits vor Jahren nach seiner Eröffnung für einen gewaltigen Aufschwung der Stadt sorgte.

Aber Málaga ist nicht nur aufgrund seiner Museen eine Reise wert. Von der alten maurischen Festung, der Alcazaba aus, hat man einen herrlichen Blick über die ganzjährig vom Klima verwöhnte Stadt; über den Hafen, die wunderbare, im Hafenbereich vollständig umgestaltete Promenade, die Kathedrale – liebevoll von den Malagueños – „die Einarmige“ genannt, weil ihr zweiter Turm nie fertiggestellt wurde. Bei einem Bummel über die kilometerlange palmenbestandene Promenade kann man sich wunderbar treiben lassen, die neuen Bars und Restaurants am Hafen genießen, zwischen Kiosken, Blumenbeeten und Bänken immer am Meer entlang bis hinaus zu den herrlichen Stadtstränden mit ihren typischen Chiringuitos schlendern, einfachen Restaurants direkt am Meer, wo man herrlichen Fisch genießt.

Ein Städtetrip nach Málaga mit seinem lebensfrohen mediterranen Ambiente ist wie ein Kurzurlaub am Meer mit viel Kultur- und Shoppinggenuss.

Auch andere Städte entlang der Tausende von Küstenkilometer Spaniens bieten dieses besondere Erlebnis. So wartet rund 200 km weiter südlich an der andalusischen Atlantikküste Cádiz. Golden glänzt die Kuppel der Kathedrale in der Sonne unter dem strahlendblauen Himmel. Cádiz hat sich bis heute das ganz besondere, schon fast nostalgische Flair einer alten Hafenstadt erhalten. Vielleicht ist es auch ein wenig dieses Ambiente, das es als das Havanna Spaniens bekannt machte und es für verschiedene Szenen des James-Bond-Filmes „Stirb an einem anderen Tag“ als Ersatz für die kubanische Hauptstadt genutzt wurde.

Besonders lebhaft geht es rund um die Alte Markthalle in Hafennähe zu. Auf einer langgestreckten Landzunge gelegen und von drei Seiten von Meer umgeben, liegt immer der Geruch von Salz und Meerwasser in der Luft. Und das Meer macht sich natürlich auch in der Gastronomie bemerkbar, kann man doch überall in der Stadt und ihrer Umgebung die herrlichsten Fischgerichte und Meeresfrüchte probieren. Und nicht zu vergessen den Sherry, der in den benachbarten Städten des „Sherry-Dreiecks“ Sanlúcar de Barrameda, Jerez und El Puerto de Santa María produziert wird.

Auch in Cádiz lohnt sich ein erster Blick von oben auf die Stadt, von der Torre de Tavira aus, einem der vielen Aussichtstürme der Stadt, von denen man früher Ausschau nach den Schiffen hielt, die aus der Neuen Welt den Hafen anliefen. Die alte phönizische Stadt Gadir gilt mit ihren mehr als 3.000 Jahren Geschichte als eine der ältesten Städte Europas. Ihr junggebliebenes Ambiente vermischt mit dem unverwechselbaren Hauch von Nostalgie lohnt unbedingt eine Visite, bei der man sich wunderbar im Gewirr von Altstadt-Gassen, kleinen gemütlichen Plätzen, Märkten und Parks, zwischen Stränden und alten Festungsmauern verlieren kann.

Valencia verdankte seinen Aufschwung als attraktives Städtereiseziel vor einigen Jahren einer architektonischen Meisterleistung. Ein Sohn der Stadt, Santiago Calatrava schuf den spektakulären futuristischen Gebäude-Komplex der „Stadt der Künste und Wissenschaften“, Ciudad de las Artes y Ciencias. Sie beherbergen das Interaktive Wissenschaftsmuseum, das Hemisfèric mit einem IMAX-Kino, das großartige Aquarium Oceanografic, die Agora und das Opernhaus Reina Sofía. Inzwischen zum unumstrittenen Wahrzeichen avanciert, liegen die futuristisch anmutenden Gebäude zwischen Meer und Innenstadt im Turia-Park. Der grüne Gürtel, der die Stadt auf vielen Kilometern durchläuft, wurde vor einigen Jahren im ehemaligen Flussbett des Turia geschaffen und dient heute Bewohnern und Besuchern als weitläufige Erholungs- und Freizeitstätte.

Von hier aus lässt sich Valencia und seine unterschiedlichen Stadtteile wunderbar per Fahrrad entdecken: die gemütliche Altstadt rund um Kathedrale, Rathaus und ehemaliger Seidenbörse. Hier wartet auch eine der schönsten Markthallen Spaniens im modernistischen Stil, in der man gut und gern einen gesamten Vormittag verbringen kann. An das alte Viertel schließen sich die Fußgängerzonen mit ihren Einkaufsstraßen und elegante Wohnviertel, wie Ruzafa, wo man hervorragende Restaurants findet. Das alte Fischerviertel Cabanyal mit seinen typischen ehemaligen Fischerhäusern findet man direkt hinter den langen Stadtstränden mit ihrer langen Strandpromenade. Ein Naturparadies liegt mit dem Albufera-Naturpark gleich nebenan mit weiten Dünenstränden, Lagunen und endlosen Reisfeldern.

Mitten ins (kastilische) Herz

Wer sich im Rahmen eines Städtetrips gerne auf Zeitreise begibt, wer das ganz authentische traditionelle Spanien sucht, und auf Meer und Strände ein paar Tage verzichten kann, dem seien die Städte Kastiliens empfohlen. Von Madrid aus gut per Zug, vornehmlich mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE, per Bus oder auch Mietwagen zu erreichen, laden sie ein zu Kulinarik und Kulturgenuss.

Da wären beispielsweise Burgos und León, zwei ungleiche Städte am Jakobsweg. Und da wäre Salamanca, die alte, immer junge Studentenstadt mit ihren golden glänzenden Mauern und Palästen, altehrwürdigen Gebäuden der Universität, den großartigen über und über mit plateresken Schmuckelementen überzogenen Sandsteinfassaden. Das Herz dieser traditionsreichen und lebhaften Stadt ist die prachtvolle Plaza Mayor, die vielen als der schönste Platz Spaniens gilt. Stundenlang kann man in den Restaurants und Cafés, die rund um diesen Platz liegen, sitzen und dem Treiben zusehen, dem steten Kommen und Gehen der Besucher und Einwohner, spielenden Kindern, Studenten, die in anregenden Unterhaltungen versunken sind, älteren Menschen, die sinnierend ihre Nachmittage auf den zahlreichen Sitzbänken verbringen, Geschäftsleuten, die telefonieren oder die neuesten Nachrichten studieren. Die Stadt strahlt inmitten ihrer ehrwürdigen Mauern, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Gebäude, ein heiteres, weltoffenes Ambiente aus, eine jugendliche Lebensfreude, die ansteckend wirkt. Und auch am Abend geht es in den zahlreichen Bars und Tapas-Restaurants lebhaft zu. Besonders zu empfehlen: Die Straßen rund um die Calle Van Dyk und für die späteren Stunden die Plaza de San Juan Bautista.

In León geht man zum Tapas-Essen ins „Barrio Húmedo“, dem „feuchten Viertel“ rund um die gemütliche Plaza San Martin. Viele zieht es neuerdings auch in die Umgebung des Konzerthauses und des Museums für Zeitgenössische Kunst MUSAC ins Viertel Eras de Renueva. Zu jedem Getränk, das man bestellt, bekommt man eine Tapa gereicht.

Das MUSAC ist ein imposanter Bau, untergebracht in einem Gebäudekomplex aus bunten Glasfassaden. In seinem Inneren finden Kunstfreunde mehr als 1.650 Werke von regionalen, spanischen und internationalen zeitgenössischen Künstlern. Gestaltet von den preisgekrönten spanischen Architekten Emilio Tuñan und Luis Moreno Mansilla gehört es seit 2005 zu den sehenswerten Gebäuden der Stadt. Seine moderne Erscheinung ist Schlusspunkt eines Spaziergangs durch León auf den Spuren ihrer Geschichte. Angefangen mit den Überresten aus der Römerzeit und der Stadtmauer kommt man zu den Kirchen der Romanik, wie die Kirche San Isidro mit ihrem königlichen Pantheon, das auch gerne aufgrund ihrer herrlichen Fresken als die „sixtinische Kapelle der Romanik“ bezeichnet wird. Das Wahrzeichen der Stadt ist die wunderbare gotische Kathedrale mit ihren fantastisch gestalteten 1.800 qm umfassenden Buntglasfenster, die Miguel de Unamuno als „Wunder aus Licht und Stein“ bezeichnet hat. In die Renaissance führt der Stadtbummel beim Anblick der Fassade des Fünf-Sterne-Parador-Hotels Hostal de San Marcos. Während die Casa Botines im Zentrum Leóns ein modernistisches Werk des berühmten Architekten Antoni Gaudí ist.

Wer von all dem Kulturgenuss hungrig ist, den erwartet in León schließlich ein gastronomisches Angebot, das sich sehen lassen kann. Berühmt ist das Rindfleisch, die chorizo-Würste, das Gemüse aus der fruchtbaren Umgebung, die Käsesorte Praiza; und das alles wird begleitet von den kräftigen Rotweinen der Herkunftsbezeichnungen D.O. El Bierzo und D.O. León. Nicht von ungefähr kandidiert die Stadt für den Titel als spanische Gastronomie-Hauptstadt 2018.

Diesen Titel durfte Burgos sich bereits 2013 auf die Fahne schreiben. Wer gerne gut isst, ist im Herzen Kastiliens bestens aufgehoben. Berühmt über die regionalen Grenzen ist vor allem die Blutwurst, morcilla de Burgos. Selbst Blutwurstverächter werden an der exotisch gewürzten und mit Reis gemischten Wurstspezialität Gefallen finden.

Auch sonst lässt die Stadt am Rio Arlanzón jegliche kastilische Strenge vergessen. Gelassen tut man es den Einheimischen nach und schlendert am Spätnachmittag entlang des Espolón, einer herrlichen grünen Promenade am Fluss. Durch das prachtvolle Stadttor Arco de Santa María betritt man den Platz vor der gotischen Kathedrale, deren Türme von dem aus Köln stammenden Juan de Colonia geschaffen wurden und auch ein wenig an den Kölner Dom erinnern. Überall in den Straßen der Altstadt begegnen einem die Jakobspilger aus aller Herren Länder.

Und auch Burgos verfügt neben zahlreichen geschichtsträchtigen Baudenkmälern über ein ganz besonderes Museum. Im Museum der Menschheitsentwicklung – „Museo de la Evolución Humana“ – reist man weit zurück in die Anfänge der Menschheitsgeschichte. Ein Rundgang durch das beeindruckende Gebäude liefert auf anschauliche Weise wissenschaftliche Antworten auf die Schlüsselfragen zur menschlichen Entwicklung und untersucht die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Abgerundet wird der Besuch durch einen Ausflug in die eigentliche Fundstätte in der nahen Sierra de Atapuerca, eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Paläolithikums in Europa. Ein Ausflug, der den Städtetrip nach Burgos zu einem einzigartigen Erlebnis werden lässt.

Städte in grüner Umgebung

Wer in diesem Jahr eine Reise in die Städte des Grünen Nordens Spaniens unternimmt, kann in Bilbao den 20. Geburtstag des Guggenheim Museums mitfeiern. Im Oktober 1997 eröffnet, trug das spektakuläre Museum, das sich nach dem Design des Architekten Frank Gehry wie ein großer silbern glitzernder Schiffsbug an der Ría von Bilbao erstreckt, wesentlich zur rasanten Entwicklung der einstigen Industriestadt zu einer Metropole des Designs und der Moderne bei. Eine Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerten, Kino und Konferenzen beinhalten das Festprogramm TOPARTE, das auf der Internetseite des Museums zu finden ist (https://www.guggenheim-bilbao.eus/en/activities/type/xxth-anniversary/). Bilbao selbst zeigt sich heute als moderne Stadt mit avantgardistischer Architektur, einem weitgefächerten Angebot für Shopping-Fans und – wie sollte es anders sein in einer Stadt des Baskenlandes – einer exzellenten kreativen Gastronomie. Allein die Entdeckung der raffinierten „Pintxos“, wie die Basken ihre Tapas nennen, in den Bars und Restaurants des „alten“ Bilbaos der berühmten Siete Calles, Sieben Straßen, sind ein Städtetrip in die baskische Metropole wert.

„Cool Cities“, so nennt sich ein Zusammenschluss einiger Städte des grünen spanischen Nordens. Zwei dieser „coolen“ Städte sind Santander in der Nachbarregion des Baskenlandes, in Kantabrien, und La Coruña in Galicien.

Santander am kantabrischen Meer gehört zu den Städten, die auf perfekte Weise verbinden, was man für einen gelungenen Kurzurlaub braucht: Herrliche Strände, grüne Natur, architektonische Highlights, Kultur und Gastronomiegenuss. Im 19. Jahrhundert bekannt als eine der exklusivsten Sommerfrischen der spanischen Nordküste lockt Santander bis heute mit seinen herrlichen Stränden, Villen, Stadtpalästen und Museen und vor allem dank seines hervorragenden kulinarischen Angebotes zu einem genussvollen Städtetrip. Architektonische Highlights führen durch die Jahrhunderte bis in die Neuzeit, von der königlichen Sommerresidenz Magdalena-Palast über den avantgardistischen Festival-Palast bis zum neuen Kulturzentrum Centro Botín.

Insbesondere Feinschmecker kommen in Santander auf ihre Kosten. Beim Besuch des Marktes „Mercado de la Esperanza“ oder in den zahlreichen Restaurants im alten Fischerviertel locken die Spezialitäten des Kantabrischen Meeres oder aber bestes Fleisch aus dem saftig grünen Hinterland zu Füssen der Picos de Europa.

Über Asturien geht es hinüber nach Galicien immer am kantabrischen Meer entlang. Hier wartet mit La Coruña eine weitere „Cool City“, und eine Stadt, in der man immer und überall vom Meer begleitet ist. An drei Seiten vom Atlantik umgeben, ist es das besondere Licht, das sich einem ins Gedächtnis prägt, ein Licht, das sich in den gläsernen Fassaden entlang der Avenida de la Marina widerspiegelt. Galerien, Säulen und gemütliche Straßencafés bestimmen das Bild des María Pita Platzes, wo sich das Rathaus in der Casa do Concello befindet, einem eleganten Stadtpalast im modernistischen Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts. Auf der Labañou-Promenade erhebt sich eines der Wahrzeichen der Stadt: Der 50 Meter hohe, ganz aus Felskristall hergestellte Millenium-Obelisk. Ein weiteres Wahrzeichen, mittlerweile zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt, ist der von den Römern erbaute steinerne Herkulesturm, der bis heute als Leuchtturm dient. Und besonders Shopping-Freunde finden in La Coruña ein riesiges Angebot, kommen doch viele der bekanntesten spanischen Designer aus Galicien und aus La Coruña. Das gastronomische Angebot der Stadt kann sich wie überall in Galicien sehen lassen. Wer Fisch und Meeresfrüchte liebt, ist in der Stadt mit ihren zahlreichen Restaurants an der richtigen Adresse.

Weitere Infos über den Zusammenschluss der „Cool Cities“ des Grünen Spaniens, zu denen auch San Sebastián, Gijón, Avilés und Santiago de Compostela gehören, unter: http://www.spaincoolcities.com/index.php/en/

Informationen zu diesen und Tipps für weitere sehens- und erlebenswerte Städte auf dem spanischen Festland und seinen Inseln in den spanischen Fremdenverkehrsämtern und im Internet unter www.spain.info.


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