DOKUMENTATION

Spanien: Ein Naturparadies für alle Jahreszeiten


Teil 1: Naturerlebnisse am Meer - Idyllische Inselperlen und faszinierende Unterwasserwelten
Im Jahr 1992 wurde das europäische Netzwerk RED NATURA 2000 gegründet, um den Erhalt der Biodiversität in Europa sicherzustellen. Bis heute hat sich dieser Verband zum wichtigsten Netz geschützter Regionen weltweit entwickelt. Mehr als 27.000 geschützte Zonen, die zum RED Natura 2000 gehören, zählt man mittlerweile auf dem europäischen Kontinent. Und Spanien spielt eine bedeutende Rolle innerhalb dieses Netzes, liegt es doch mit 222.276 Quadratkilometern und einem Total von 1.863 geschützten Regionen auf dem ersten Platz innerhalb der Europäischen Union, und verdoppelt damit die geschützte Fläche von Frankreich, das mit 112.200 qkm auf Platz zwei folgt. Nahezu 30 Prozent der gesamten Landesfläche Spaniens sind damit unter Schutz und unter das Netz der RED NATURA 2000 gestellt.

Hinsichtlich der marinen Gebiete, die unter Schutz stehen, steht Spanien mit 84.400 Quadratkilometern auf Platz zwei innerhalb der Europäischen Union hinter Großbritannien mit 87.164 qkm. Mehr als 50 Regionen, darunter submarine Täler vor der Küste von Mazarrón im andalusischen Huelva bis zu den submarinen Schluchten von Avilés in Asturien, zahlreiche Tang- und Neptungras-Wiesen wie beispielsweise auf den Kanarischen Inseln die Sebadales von La Graciosa,Corralejo oder vor Playa del Inglés, Meereshöhlen, die Schlammvulkane im Golf von Cádiz und eine Vielzahl submariner Regionen um Inseln und vor Küstenstrichen.

Auch die Artenvielfalt kann sich in Spanien sehen lassen. Mit 85.000 Spezies verfügt das Land über 50 Prozent aller innerhalb Europas lebenden Arten. Entlang der an die 8.000 Kilometer spanischer Küsten finden Vogelliebhaber 39 spezielle Schutzzonen für Meeresvögel von den galicischen Rías Baixas im Nordwesten bis hinunter zu den Feuchtgebieten des Tinto und Odiel in der andalusischen Region Huelva.

Passend zum Sommer gibt es nachfolgend Ideen für das Erlebnis einiger der beeindruckenden zum europäischen Netzwerk RED NATURA 2000 gehörenden Naturlandschaften am Meer.

Die Cies-Inseln in Galicien
Ein sonnendurchfluteter Tag Ende August. Mit der Fähre geht es von der galicischen Hafenstadt Vigo aus durch die gleichnamige Ria, die charakteristischen Meeresarme Galiciens, hinaus aufs Meer. Ziel ist ein Inselparadies, das mit seinem kilometerlangen, blendend weißen Sandstrand und dem türkisblauen Wasser davor weniger an den regenreichen Nordwesten Spaniens als vielmehr an karibische Welten erinnert. Die Inselgruppe, die sich aus den drei unbewohnten Inseln Monteagudo, O Faro und San Martiño formt, ist tatsächlich ein Paradies. Nicht nur für die wenigen Badegäste, sondern besonders für die Vogel- und Tierwelt, die hier heimisch ist, im Nationalpark der Islas Atlánticas, von dem die Islas Cies einen Teil bilden. Der Besuch der Inseln ist mit 2.200 Personen am Tag limitiert und es ist ratsam, sich insbesondere im Sommer auf den Fähren, die die Hauptinseln Monteagudo und O’Faro anlaufen, frühzeitig einen Platz zu reservieren.

Ein Großteil der Besucher sucht gleich die herrlichen Strände auf – der größte und berühmteste, den man schon beim Anlaufen der Inseln im Blick hat – die Playa de Rodas – wurde bereits mehrmals als einer der schönsten Strände der Welt ausgezeichnet. Naturliebhaber sollten sich auf eine der vorgezeichneten Wanderrouten machen, um die Natur, die unglaubliche Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Atlantikinseln auszukosten.

Durch den Pinienwald, in dem man an diesen warmen Tagen das knackende und knisternde Geräusch der Pinienzapfen hört und den intensiven Duft der Pinien genießt, geht es hinauf zum höchsten Teil von Monteagudo zu einer Vogelbeobachtungsstation, von der man nicht nur einen wunderbaren Blick über die Inseln und das Meer hat, sondern auch die zahlreichen Gelbfussmöwen – mit mehr als 20.000 Paaren lebt hier die größte Kolonie weltweit - und Kormorane beobachten kann. Weiter geht es zum Leuchtturm Faro de O’Peito mit weitem Blick zum Festland und zur Insel Ons, ebenfalls zum Naturpark der Atlantikinseln zählend. Wer mehr Zeit mitgebracht hat und vielleicht sogar auf der Insel auf dem einzigen Campingplatz übernachtet – Hotels oder andere Unterkünfte gibt es nicht – dem sei die längste und vielleicht schönste Route zum Monte Faro hinauf empfohlen. Von dort oben präsentiert sich nach einem wunderbaren Spaziergang durch die Natur die dritte Insel San Martiño, wieder eine Beobachtungsstation für Hobby-Ornithologen und ein fantastischer Ausblick auf die gesamte Inselgruppe mit ihren Traumstränden und ihrer Steilküste bis hinein in die Ria von Vigo. Während die Inseln Monteagudo und O’Faro durch den 1.200 Kilometer langen Roda-Strand miteinander verbunden und so beide besucht werden können, ist San Martiño, die dritte Insel, ein Reich von unzähligen Kormoranen, Tölpeln und Weißkopf-Lachmöwen, nur Naturwissenschaftlern vorbehalten. Die Unterwasserwelt, die die Inselgruppe umgibt, gehört zu den wertvollsten Ökosystemen der galicischen Küste mit einem der bedeutendsten Kelpwälder (Algenwälder) Spaniens.

Info: http://www.turismodevigo.org/en/cies-islands

Die Medes-Inseln an der Costa Brava
Per Boot geht es auch an der Costa Brava am Mittelmeer zu den vor der Küste liegenden Medes-Inseln, einem weiteren Naturjuwel Spaniens. Eine Inselgruppe aus Felsen, die man schon vom Urlaubsort L’Estartit steil aus dem Wasser ragen sieht. Sieben Inseln gehören zu diesem Archipel. Für uns Menschen ziemlich ungastlich, wurden sie aufgrund ihres ungeheuren Artenreichtums – mehr als 1.000 Arten von Meerestieren sind hier heimisch – unter Schutz gestellt.

Das Ökosystem der Inselgruppe gehört zu den schönsten und reichsten Naturgebieten des westlichen Mittelmeerraums. Durch den Glasboden im Boot, das nahe der schroffen Felsennadeln ankert, lässt sich die fantastische Unterwasserwelt von allen bewundern. Und selbst Laien verstehen, warum die Region für Taucher zu den besten Tauchgründen im Mittelmeer gehört. Der Farbenreichtum ist überwältigend: Korallen, Unterwasserwälder, Seesterne, Langusten, Gorgonien und Hunderte von verschiedenen Fischarten bieten ein ganz besonderes Schauspiel an Farben und Formen. Ein Ausflug, den Costa Brava Urlauber nicht versäumen sollten.

Infos: http://www.visitestartit.com/es/23/Islas-Medes-html

Der Peñon d’Ifach an der Costa Blanca
Am späten Nachmittag nähern wir uns, noch etwas weiter südlich an der spanischen Mittelmeerküste dem Wahrzeichen der Costa Blanca, dem Peñon d’Ifach. Vor dem Ferienort Calpe erhebt er sich aus dem Meer, mit dem Festland verbunden durch eine Landzunge. Eine für den Frühling, Herbst und Winter wunderbare, wenn auch nicht unbedingt einfache Wanderung, die besonders im oberen Drittel Schwindelfreiheit und Trittfestigkeit erfordert, führt vom Naturpark am Fuss des weißen Felsens bis hinauf zu seinem Gipfel auf 332 Metern über dem Meer.

Zunächst führt der Weg nur leicht bergan, bis man unterhalb der Steilwand des Felsenberges einen Tunnel erreicht, durch den es nun hindurchgeht. Kaum haben sich die Augen an die plötzliche Dunkelheit gewöhnt, ist man auch schon wieder auf der anderen Seite. Nun windet sich ein schmaler Pfad den Berg hinauf, immer wieder mit faszinierenden Ausblicken auf das Meer, die Küste und den Urlaubsort.

Nach etwas mehr als der Hälfte des Weges aber heißt es gut auf den Weg zu achten, denn es wird schmal und felsig. Wenn’s ganz schwierig wird, helfen Seile und Taue, an denen man sich festhalten kann. Auch hier werden wir, wie sollte es anders sein, begleitet vom Schreien der zahlreichen Möwen, die neben Kormoranen, Fahlseglern, Falken, Tölpeln und mehr als 80 verschiedenen Vogelarten ihr Reich behaupten und in den Nischen, Rissen und Löchern im Fels ihre Nester gebaut haben.

Noch ein wenig Kraxelei und dann steht man ganz oben auf dem Gipfel und dort taucht dann auch der ein oder andere KLetterer über der Kante der Steilwand auf, der den “direkten” Weg entlang der Felswand genommen hat. Eine herrliche Tour, die man je nach Jahreszeit noch damit krönen kann, das man – kaum wieder unten – noch den Sonnenuntergang am Peñon erlebt.

Info: http://de.calpe.es/ver/224/el-pe%C3%B1on-de-ifach.html/

Das Cabo de Gata an der Küste Almerias
In der andalusischen Provinz Almeria angekommen warten ganz eigentümliche Landschaften auf Naturliebhaber. Landschaften, die nicht nach Europa zu gehören scheinen. Im Hinterland der Küste dunkle Mondberge, einsame Schluchten, verlassene Weiler und ausgetrocknete Flusstäler mit Agaven und Zwergpalmen. Landschaften, die die Filmindustrie schon vor Jahrzehnten bis heute als Kulisse für Western und Abenteuerfilme entdeckt und erkoren hat.

Am Meer erstreckt sich eine nicht minder reizvolle Naturlandschaft mit dem Cabo de Gata mit einem Gebirge aus Vulkangestein, das bis zum Mittelmeer reicht, einem salinen Küstenstreifen, zerklüfteten Tälern, Schluchten und Buchten mit weiten Dünenstränden. Zahlreiche dieser Buchten sind nur zu Fuß oder – wenn überhaupt – nur mit einem Fahrzeug mit Allradantrieb zu erreichen.

Eine Wanderung führt vom beschaulichen Küstenörtchen Agua Amarga über das mit Espartogras und duftendem Thymian bewachsene Hochplateau, oft direkt über den Kamm und dicht an der steil abfallenden Kante entlang. Spektakulär sind die Ausblicke über das Meer, zurück auf den Küstenort mit seinen kleinen weißen Häusern, und dann später hinab in die zwischen Felsen gelegene, einsame Bucht von Enmedio, zu der man hinabsteigen und ein erfrischendes Bad nehmen kann, umgeben von steilen und von den Wellen geformten, glatten Felsen aus Sandstein. Ein wunderbarer Platz, an dem man nur den Laut der Wellen hört und der Salzgeruch in die Sinne steigt. Hier bleiben und genießen oder weiterlaufen? Weiter durch ein grünes Tal, vorbei an einem alten Cortijo, den typischen Gehöften Andalusiens, später dann wieder hinauf, um schließlich in die grüne Oase der Rambla von El Plomo zu gelangen mit einer weiteren herrlichen Bucht.

Das Cabo de Gata ist eines der aridesten Gebiete Europas und vulkanischen Ursprungs. Die Steilküsten und Meeresböden der 63 km langen Küstenlinie zählen aufgrund ihrer geologischen und ökologischen Bedeutung zu den qualitativ hochwertigsten der Mittelmeerküste. Seine Flora und Fauna umschließt zahlreiche endemische Arten, von denen einige vom Aussterben bedroht sind. Die Pflanzenwelt zählt mehr als 1.000 terrestrische und an die 250 marine Spezies. Der Parque Natural Maritimo-Terrestre de Cabo de Gata-Níjar steht seit Ende 1987 unter Naturschutz.

Weitere Informationen zu den oben beschriebenen Regionen unter www.spain.info.

Im nächsten Spanien-Newsletter gibt es Teil 2 der Dokumentation zu den Naturerlebnissen in Spanien: „Beeindruckende Fluss- und Berglandschaften“ mit Hinblick auf Reiseideen für den Herbst.
http://www.spain.info/de_DE/que-quieres/agenda/


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