GALICIEN

Von Hexen und Feuern – die Johannisnacht von La Coruña


In der Johannisnacht, wenn der Beginn des Sommers gefeiert wird, verwandelt sich die galicische Hafenstadt La Coruña in ein gigantisches Freudenfeuer. Über 100.000 Besucher ziehen an die Strände von Riazor und Orzán, um dort die längste Nacht des Jahres im Fackelschein von unzähligen Johannisfeuern zu erleben. Die ungeheure Popularität der „Hogueras de San Juan“ von la Coruña, wie die Johannisfeuer auf Spanisch genannt werden, geht auf das Jahr 1970 zurück. In der Johannisnacht dieses Jahres wurde zum ersten Mal ein großes Johannisfeuer entfacht und die erste „Meiga Mayor“, umringt von ihren vier Ehren-Meigas, ernannt. Die Figur der „meiga“, eine Art gute Hexe, die weissagt und berät, ist im mythischen Galicien zuhause. Sie wird nach wie vor von der Bevölkerung bei Problemen aller Art aufgesucht, um ihren Beistand zu erlangen.

Nachdem die Tradition der Johannesfeuer in den Jahren zuvor immer stärker in der Versenkung verschwunden war, wollten einige Jugendliche die alten Gebräuche in Form eines offiziellen Festes wieder aufleben lassen. Sie initiierten die „Nacht der Scheiterhaufen“, die bis 1992 in der Avenida Calvo Sotelo abgehalten wurde, bis sie an den Strand von Riazor verlegt wurde.

Veranstaltungen und Festzyklen, die zuvor in Vergessenheit geraten waren, wurden neu belebt und das Fest entwickelte sich mit den Jahren immer mehr zu einer festen Institution. 2015 wurden die Hogueras de San Juan sogar zum Fest von internationalem touristischen Interesse erhoben.

Die Festlichkeiten rund um die Johannisnacht erfuhren mit der Zeit eine starke Aufwertung und zeitliche Ausdehnung. Nunmehr wird vor der Noite da Queima ein anderthalbmonatiges Festprogramm aufgestellt, dessen Höhepunkte die Theater-, Musik- und Tanztage; die Hommage an die Frau von La Coruña, das Hexentanzfest und natürlich das Johannisfest selbst sind.

Bereits im Mai werden verschiedene Aktivitäten veranstaltet, die sich auch im Juni mit zahlreichen kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen und Volksfesten fortgesetzen. An den traditionsreichsten Orten der ganzen Stadt finden Kammermusikkonzerte, Recitals, Ausstellungen, Ballett und Regionaltänze statt. Der heiß ersehnte Tag jedoch ist der 23. Juni. Den ganzen Tag lang ziehen Märsche und Umzüge durch die Stadt. Musikkapellen, Dudelsäcke, traditionelle Tänze sowie Riesen und Gigantenköpfe prägen die Straßen von La Coruña mit Farbenpracht, Freude und festlichen Klängen. Die Plaza de María Pita ist Schauplatz eines Musikfestivals; zur Essenszeit füllt sich die Luft mit dem Geruch von gebratenen Sardinen, die bei den zahlreichen „sardiñadas“ in allen Vierteln der Stadt zubereitet werden.

Stück für Stück werden bei Anbruch der Nacht Hunderte von Feuern entzündet. Besonders beeindruckend sind jedoch die Feuer an den Stränden von Riazor und Orzán. Um Mitternacht spiegelt sich die Farbe des Feuers im Wasser des Atlantischen Ozeans: Die „Feuernacht“ – „a noite da queima“ – hat ihren Höhepunkt erreicht und ein riesiger, zwei Tage zuvor an dieser Stelle errichteter Scheiterhaufen beginnt zu brennen. Nicht selten folgen zahlreiche Personen einem Reinigungsritual und tauchen in das Wasser vor Riazor ein. Am Himmel erstrahlen Feuerwerke; das Fest geht bis in die frühen Morgenstunden hinein weiter in den Straßen von La Coruña.

23.06.2017 bis 24.06.2017
http://www.hoguerassanjuan.com


Bilderdownload:
Durch Klick auf die Bilder erscheint die hochauflösende Ansicht der Bilder. Dieses Bild kann
durch "rechte Maustaste - Bild speichern unter" lokal auf den Rechner gespeichert werden.
Für die Presse ist die Nutzung der Bilder erlaubt, sofern der Fotograf nicht explizit erwähnt ist!

Hier können Sie sich die Textversion dieses Artikels herunterladen. (WORD-Format)


OFICINA ESPAÑOLA DE TURISMO | Spanische Fremdenverkehrsämter Berlin, Frankfurt und München | Impressum / Datenschutz