DOKUMENTATION

Spanien: Ein Naturparadies für alle Jahreszeiten


Teil 2: Naturerlebnis Spanien: „Beeindruckende Fluss- und Berglandschaften“
Im Jahr 1992 wurde das europäische Netzwerk RED NATURA 2000 gegründet, um den Erhalt der Biodiversität in Europa sicherzustellen. Bis heute hat sich dieser Verband zum wichtigsten Netz geschützter Regionen weltweit entwickelt. Mehr als 27.000 geschützte Zonen, die zum RED Natura 2000 gehören, zählt man mittlerweile auf dem europäischen Kontinent. Und Spanien spielt eine bedeutende Rolle innerhalb dieses Netzes, liegt es doch mit 222.276 Quadratkilometern und insgesamt 1.863 geschützten Regionen auf dem ersten Platz innerhalb der Europäischen Union. Die geschützte Fläche ist damit doppelt so groß als die von Frankreich, das mit 112.200 qkm auf Platz zwei folgt. Nahezu 30 Prozent der gesamten Landesfläche Spaniens stehen somit unter Schutz und gehören zum Netz der RED NATURA 2000.

In der letzten Ausgabe des Spanien-Newsletters berichteten wir über Beispiele mariner Schutzgebiete und Inseln vor dem Festland Spaniens. In dieser Ausgabe sollen Ideen für den Herbst und eine Auswahl an faszinierenden Fluss- und Berglandschaften im Mittelpunkt stehen.

Mit seinen zahlreichen Mittel- und Hochgebirgslandschaften ist Spanien hinter der Schweiz das zweitgebirgigste Land Europas. Seine höchsten Berge in den Pyrenäen im Norden und Nordosten und in der Sierra Nevada im Süden erreichen Höhen von mehr als 3.000 Metern. Das ganze Land ist durchzogen von wuchtigen Massiven und Mittelgebirgslandschaften, den sogenannten Sierras, die selbst oft noch auf über 2.000 Höhenmeter kommen. Zahlreiche Flüsse haben im Laufe der Jahrmillionen gewaltige Schluchten gegraben. Spanien ist ein Paradies für Wanderer und Aktivtouristen, die fernab der vielen berühmten Strände das ganze Jahr über faszinierende Regionen für Ihre Lieblingsaktivität finden.

Die Schlucht Desfiladero de los Gaitanes und ein alter „Königsweg“
Über fünf Kilometer mit atemberaubenden kerzengeraden Steilwänden präsentiert sich die Schlucht des Desfiladero de los Gaitanes in der Nähe des andalusischen Städtchens Antequera den Wanderern auf dem „Caminito del Rey“, dem „kleinen Königsweg“. In mühevoller Arbeit wurde dieser einstige Steg in schwindelnder Höhe für die Betreibergesellschaft des Wasserkraftwerks El Chorro mehr als 100 Meter hoch entlang der Steilwände der Schlucht angelegt. 1921 von König Alfonso XIII. eingeweiht, steht der Caminito heute restauriert und abgesichert täglich einer limitierten Anzahl von Besuchern offen, die die ca. 8 Kilometer über den oft nur knapp ein Meter breiten Steg wagen wollen.

Die steilen Wände der Schlucht, die der Guadalhorce wie mit einem Messer durchschnitten hat, sind seit Jahrzehnten beliebt bei Klettersportlern, die hier besonders im Herbst und in den milden Wintermonaten ein bevorzugtes Revier finden. Für den Caminito del Rey ist eine Vorreservierung unbedingt notwendig

Info: http://www.caminitodelrey.info/de/#3

Die Naturregion ist von großer geomorphologischer Bedeutung und ein Schutzgebiet insbesondere für die zahlreichen Raubvögel wie Steinadler und Gänsegeier, aber auch Habicht, Wanderfalken und viele mehr. Andere Bewohner, die beobachtet werden können, sind beispielsweise Wild- und Ginsterkatzen, Mungos und Siebenschläfer.

Sierra de Cazorla, Segura y las Villas – das grüne Naturschutzgebiet der Olivenregion Jaén
Die Sierras de Cazorla, Segura y las Villas ist mit einer Aneinanderreihung von Bergmassiven von bis zu 2.000 m Höhe und seinen ausgedehnten Steineichen- und Kiefernwäldern über mehr als 209.920 ha das größte Naturschutzgebiet Spaniens. Eine Region von Bergen, tiefen Tälern und dichten Wäldern, die Abgeschiedenheit und Ruhe versprechen. Dazwischen finden sich kleine Dörfer wie Iruela mit seiner alten Templerburg oder der charmante Hauptort Cazorla. Ein Gebiet für Wanderer und Gleitschirmflieger, denen es besonders der Yelmo, einer der höchsten Berge der Region angetan hat.

Das Wasser ist ein Hauptelement der Region. Hier entspringt der Guadalquivir, die wichtigste Wasserader Andalusiens. Ein beliebtes Ziel ist der Wasserfall des Chorro Gil oder der Tranco-Stausee, der zu Bootstouren lockt. Naturliebhaber, die ihren Aufenthalt kulturell bereichern wollen, finden in der Provinz Jaén dazu mit Úbeda und Baeza die schönsten Renaissancestädte Spaniens. Bergziegen, Hirsche, Dammwild, Mufflons und Wildschweine bevölkern die Wälder und Berge, in den Lüften ziehen Steinadler und Gänsegeier majestätisch ihre Kreise.

Info: http://www.sierrasdecazorlaseguraylasvillas.es/en/

Am Oberlauf des Ebro: Die wilde Landschaft der Hoces del Ebro y Rudrón in Kastilien-León
Majestätisch durch die Luft gleitend lässt sich vom Heißluftballon die faszinierende Landschaft am Oberlauf des Ebro in der kastilischen Provinz Burgos auf ganz besondere Weise entdecken. Der Fluss schlängelt sich zwischen steilen Felswänden bald ruhig, bald in wilden Stromschnellen hindurch. Noch ist der Ebro jung, nachdem er über die Grenze hinweg in Kantabrien als kleine sprudelnde Quelle entsprungen ist und direkt an der Grenze zwischen den beiden Autonomieregionen schon zu einem riesigen See aufgestaut wird. Hier oben bedeutet er die Welt für Kanuten und Raftingfreunde, die die herrliche Natur, die spektakuläre Felsenwelt der Hoces del Ebro y Rudrón und die tief eingeschnittenen wilden Schluchten vom Wasser aus erleben wollen.

Von mächtigen Felsen überragt sind auch die kleinen Dörfer der Region: Frias, das sich über einem Bergkamm hoch über dem Ebro erhebt. Oder Orbanejo del Castillo, überragt von einer bizarren Felsenszenerie, ein Dorf, das von rauschenden Kaskaden durchflossen wird, in dem der Klang des Wassers allgegenwärtig ist. Eine spektakuläre, bisher kaum bekannte Naturregion im Zentrum Spaniens, wo die Einflüsse von Atlantik und Mittelmeer aufeinander treffen. Das Besondere an diesem schützenswerten Naturraum ist zum einen die Topographie, die sich in den von den beiden Flüssen Ebro und Rudrón gemeißelten Canyons und verwitterten Kalkformationen zeigt. Hinzu kommt die überreiche Vegetation, hervorgerufen durch das besondere Mikroklima in den Schluchten. An einigen Stellen herrscht mediterrane Flora vor, obwohl die Gegend eigentlich noch atlantischen Breitengraden angehört. Und zwischen den Felswänden nisten Wanderfalken, Steinadler, Gänsegeier und viele mehr.

Info: http://www.turismocastillayleon.com/en/countryside-nature/natural-areas/hoces-del-alto-ebro-rudron

Eine Wüste in Navarra – Die Bardenas Reales
Eine ganz andere Welt, nahezu ohne Wasser findet man im Südwesten Navarras in einer der Nachbarregionen Kastilien Leóns. Wenn man das Wasser auch nur selten sieht, spielten genau dieses Element und der Wind eine enorme Rolle, denn sie sorgten für die Erosion und die Gestaltung der bizarren Gebilde aus Lehm und Sandstein, die diese seltsame Landschaft so besonders macht. Aus den grünen Gemüsegärten rund um Tudela und den Weinbergen bei Olite kommend, wirkt diese Wüstenlandschaft mit Schluchten, spitzen Felstürmen, Insel- und Tafelbergen und weiten, endlos scheinenden Ebenen geradezu unwirklich. Die Vegetation besteht größtenteils aus Kräutern, spanischen Wacholder-Bäumen, Buschwerk und Espartogras.

Das Gebiet, das sich über rund 42.000 ha erstreckt, und seit 1999 als Naturpark deklariert und von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt wurde, ist in mehrere Zonen mit unterschiedlichen Ökosystemen unterteilt. Gerade diese ökologische Vielfalt der Wüstenregion lässt die Bardenas Reales zur Heimat einer außergewöhnlich reichen Tierwelt, vor allem Vögel und Raubvögel werden. Die Kolonien der Raub- und Steppenvögel gehören zu den erstaunlichsten des gesamten europäischen Kontinents. Hinzu kommt eine Vielzahl von Reptilien, Schlangen und Amphibien.

Wer von Tudela aus die Welt der Bardenas Reales entdecken möchte, kann dies auf speziell ausgeschilderten Routen zu Fuß, per Fahrrad, Pferd und, auf speziell ausgewiesenen Wegen, auch motorisiert unternehmen. Im Besucherzentrum kann man sich auch nach speziellen Führern erkundigen, mit denen man die verborgenen Schätze dieses wüstenhaften Naturparadieses besuchen kann.

http://www.bardenasreales.es/turismo_eng_1v.htm

Zur Bärenbeobachtung nach Asturien
Der letzte Ausflug in eines der mehr als 1.860 geschützten Gebiete Spaniens führt zu einem ganz besonderen Abenteuer in den asturischen Naturpark und UNESCO Biosphärenreservat der Fuentes de Narcea, Degaña e Ibias auf die Spuren der dort heimischen Braunbären.

Begleitet von einem Biologen geht es in die dicht bewaldete Hügel-Landschaft zu einem geeigneten Aussichtsplatz gegenüber einem mit Heidelbeerbüschen und niedrigem Buschwerk bewachsenen Hang, weit genug entfernt, um die dort gerne nach Futter suchenden Bären nicht zu stören. Nicht immer tauchen die braunen Gesellen auf. Etwas Glück gehört schon dazu, wenn sich gegenüber dann tatsächlich etwas regt und ein Oso Pardo, wie die kleinen, aber kräftigen braunen Bären hier heißen, dort durch das vorher aufgebaute Teleskop oder auch durch die eigene Kamera beobachten lässt. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, den Tieren hier in ihrer ganz natürlichen Umgebung, ungestört von Menschen, Zäunen oder Gitter, aus der Ferne und doch nahe genug zuschauen zu können.

Später geht es dann auf Spurensuche. An vielen Bäumen lassen sich für den aufmerksamen Beobachter Kratz- und Fellspuren der Tiere erkennen, oder am Waldboden, wo sie irgendwann zuvor nach Fressbarem gewühlt haben.

Und wer möchte, kann nach Einbruch der Nacht wieder mit den Biologen hinausziehen, wo es dann gilt, das Heulen der Wölfe zu erlauschen und einiges über deren Lebensgewohnheiten hier in diesem Schutzgebiet im Südwesten von Asturien zu erfahren.

Die 555 km2 große Region ist spärlich besiedelt. Die knapp 6.000 Einwohner leben in kleinen Dörfern und lediglich vier größeren Hauptorten. Berühmt sind die uralten Eichenwälder von Muniellos. Neben den Braunbären und dem Wolf ist besonders das Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Auerhahns von Bedeutung in der Region.

https://www.turismoasturias.es/de/descubre/naturaleza/reservas-de-la-biosfera/parque-natural-de-las-fuentes-del-narcea-degana-e-ibias

Informationen zu den oben beschriebenen Regionen unter www.spain.info mit weiterleitenden Links.


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