NAVARRA

Zeitreise zurück ins Mittelalter: Geschichte, Magie und Mittelaltermärkte


Der Kulturkalender von Navarra steht in den Monaten Juli und August ganz unter dem Stern des Mittelalters. Ein umfangreiches Programm mit Festveranstaltungen zu traditionellen Sitten und Gebräuchen und magischen Ritualen aus der mittelalterlichen Vergangenheit Navarras wird die Besucher tief beeindrucken.

Am 13. Juli findet wie im jeden Jahr das über tausend Jahre alte Fest „Tribut der drei Kühe“ am Stein des Heiligen Martins im Roncal-Tal statt. Er symbolisiert die Grenze zwischen dem Tal in Navarra und dem französischen Baretous. Diese natürliche Enklave dient heute als Treffpunkt für die Bewohner auf beiden Seiten der Grenze, die gemeinsam an ein Urteil aus dem Jahr 1375 erinnern. Die Bearneser, Einwohner der gleichnamigen historischen französischen Provinz am Fuß der Pyrenäen, wurden auf ewig verpflichtet, drei Kühe für das Weiderecht auf den Wiesen von Roncal zu bezahlen. Der Ursprung dieser Zeremonie, die auf das Jahr 125 v. Chr. datiert wird, ist unbekannt und hat sich heute zu einem Fest der Brüderlichkeit entwickelt.

Hexenkunst, mittelalterliche Märkte und Legenden
Die Stadt Bargota wird in der Woche vom 14. bis 21. Juli zu einem Ort der Magie und der Hexerei. Sieben Tage lang kehrt die kleine, nur wenige Kilometer von Viana entfernte Stadt mit einem Programm voller Magie zurück in das siebzehnten Jahrhundert. Die Bewohner deponieren auf den Straßen Fahnen, Strohballen, Tränken und alte Möbel, um den Mittelaltermarkt möglichst authentisch zu gestalten. An einem Stand können Kinder das Zaubern erlernen. Außerdem finden Vorträge, Ausstellungen und Workshops über die rätselhafte Welt der Hexerei statt.

Ab dem 22. Juli feiert auch Estella / Lizarra seine mittelalterliche Woche. Die Stadt am Flusse Ega wird mit Fahnen und Fackeln geschmückt. Mittelalterlich gewandete Einwohner nehmen die Besucher während des Mittelaltermarkts am 22. und 23. Juli mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Nachdem ein als König von Navarra kostümierter Einwohner seine Eröffnungsrede gehalten hat, beginnt das abwechslungsreiche Programm. Kostproben mittelalterlicher Rezepte, Auftritte von Gauklern, Ritterkämpfe, Handwerksvorführungen, Straßentheater, Falkner, Konzerte und mittelalterliche Abendessen gehören zur historisierten Zerstreuungskultur.

In der Ortschaft Mendavia finden am 22. und 23. Juli die „Tage der Ursprungsbezeichnungen und Legenden“ statt, die sich auf ihre fruchtbaren Gemüseanbauflächen am Ufer des Ebro beziehen. Das ganze Dorf beteiligt sich an einem mittelalterlichen Jahrmarkt, auf dem Paprikas aus Lodosa, Spargel aus Navarra, Öl, der Schlehenlikör Pacharán, Artischocken aus Tudela sowie Lamm- und Rindfleisch aus der Region feilgeboten werden. Mendavia kann sich aufgrund der Qualität seines Gemüses rühmen, für insgesamt elf Produkte eine geschützte Ursprungsbezeichnung führen zu dürfen. Darüber hinaus sind aufgrund der strategisch bedeutsamen Lage von Mendavia an der Grenze zu La Rioja im Laufe der Geschichte viele Legenden entstanden. So können die Besucher zwei Tage lang der Darstellung mittelalterlichen Handwerks und Legenden beiwohnen, in eine mittelalterliche Taverne gehen oder eine Ausstellung zum Thema „Folter im Mittelalter“ besuchen.

Im August verwandelt sich Lekunberri mit seinem historischen Markt zu einer lebendigen mittelalterlichen Stadt. Die Einwohner der Stadt in den Pyrenäen verkleiden sich, bieten Straßenunterhaltung vom Feinsten, die von der lokalen Geschichte inspiriert ist oder offerieren den Besuchern ihre kunsthandwerklichen Waren.

Die Reise in die mittelalterliche Vergangenheit von Navarra endet mit den Mittelalterfesten von Olite vom 11. bis 13. August. Jongleure, Harlekine, Kunsthandwerker, Theateraufführungen im Palacio Real und historische Darstellungen entführen die Besucher in die Zeit der Herrschaft von Karl dem Edlen.

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