DOKUMENTATION

Genießen im Herbst
Eine Reise entlang der Weinroute der Rías Baixas
Zum Festival der Meeresfrüchte nach O’Grove und nach Cambados, Europas Weinhauptstadt 2017


Mehr als 450 Gemeinden und 2.000 Unternehmen aus der Welt des spanischen Weins sind innerhalb der mittlerweile 27 ausgezeichneten Weinrouten Spaniens versammelt. Auf einer von ihnen ganz im Süden Galiciens liegt in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk: Die Weinroute der Rías Baixas mit ihrer Hauptstadt Cambados. Das charmante mittelalterliche Städtchen an der weitläufigen Ría de Arousa darf sich 2017 europäische Weinhauptstadt nennen. Dies könnte ein Grund mehr sein für eine genussvolle Herbstreise in die an gastronomischen, kulturellen und landschaftlichen Reizen reiche Region.

Was den Wein betrifft, glänzt die Gegend mit hervorragenden Weißweinen aus der einzigartigen Albariño-Traube. Einer Legende nach haben sie die Zisterziensermönche aus Cluny einst in die Region gebracht. Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass die Traube aus Galicien selbst stammt. Wie auch immer, zweifelsohne gehören die Albariño-Weine der Rías Baixas zu den besten Weißweinen Spaniens. Sie zeichnen sich durch einen erhöhten Alkoholgehalt und eine feine Säure aus und besitzen ein fruchtiges Aroma mit leicht blumiger Note. Die Auflagen und Regeln der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas fallen international unter die strengsten. Nur die Trauben der Region dürfen verwendet werden und traditionelle Anbaumethoden müssen strikte Anwendung finden. Nicht allein aufgrund dessen unterscheidet sich die Weinlandschaft der Rías Baixas um einiges von anderen spanischen Weinregionen. Auf Grund der hohen Feuchtigkeit der Region reifen die Albariñotrauben pergolaartig an hohen Weinspalieren, die meist von Granitpfeilern gestützt werden.

Die Weinroute der Rías Baixas beginnt vor den Toren von Santiago de Compostela in der sattgrünen Region an den Ufern des Ulla und reicht bis A Guarda an der portugiesischen Grenze. Während sich im Norden Galiciens die Küste an den Rías Altas schroff und mit steilen Felsen und Klippen sehr wild zeigt, ist die Region der Rías Baixas geprägt durch eine sanfte Landschaft mit wunderschönen weiten feinsandigen Stränden, Weingärten und Pinienwäldern. Es ist auch merklich wärmer hier unten. Auf dieser Route lernt man nicht nur die herrlichen Bodegas kennen – oft untergebracht in „Pazos“, ehemaligen Herrenhäusern inmitten von weiten Park- und Gartenanlagen und umgeben von Weingärten. Sondern man durchstreift entlang dieser so typischen Landschaft der Rías Baixas, fjordähnlicher Meeresarme, die sich weit ins Land ziehen, wunderschöne Fischerdörfer und mittelalterliche Städtchen, geschichtsträchtige Klöster und Festungen und stößt so manches Mal auf die Spuren der keltischen Vorfahren.

Eine Entdeckung der besonderen Art ist die Gastronomie der Region. Ihre hervorragenden Meeresfrüchte sind international bekannt und gerühmt. Wer im Oktober in die Region reist, kann sich auf dem Festival der Meeresfrüchte in O’Grove zwischen dem 05. und 15. Oktober durch ein Paradies an Meeresfrüchten essen. An zahlreichen Ständen werden sie zu günstigen Preisen und in allen Variationen angeboten. Den Ort kann man auf einer kurzen Bootsfahrt von Cambados, dem Zentrum der Weinregion erreichen. Cambados selbst lohnt einen Aufenthalt. Der Altstadtkern des kleinen Städtchens besteht größtenteils aus alten Adelspalästen, wie dem beeindruckenden Palast der Grafen von Maceda, einem mittelalterlichen, im 17. Jahrhundert restaurierten Gebäude. Sehenswert ist auch das Landgut der Familie Figueroa, der Palast der Familie Chariño-Sotomayor und die Landgüter Montesacro und Bazán, in dem heute ein Parador-Hotel zur stilvollen Übernachtung nahe der Uferpromenade einlädt. In den kopfsteingepflasterten Gassen und an den Plätzen wie dem Ferfiñansplatz findet man Weinhandlungen und gemütliche Bars, in denen man den hervorragenden Wein genießen kann. Ein ganz besonderer Ort in dieser „sehr edlen Stadt“, wie sich Cambados nennt, sind die Ruinen der Kirche St. Mariña de Dozo, die inmitten eines Friedhofs unter Denkmalschutz stehen. In der Ortsmitte selbst stammt die Kirche San Bieito aus dem 16. Jahrhundert.

In Cambados lässt es sich gut und gern ein paar Tage aushalten, um von hier die hervorragenden Strände zu besuchen, von denen eine große Anzahl mit Blauen Flaggen ausgezeichnet wurden. Je nach Jahreszeit lohnt der herrliche Lanzada-Strand bei O’Grove einen langen Strandspaziergang oder einen Badetag. Das ganze Jahr über locken die Pazos mit ihren Kameliengärten und Weinkellern oder Fischerdörfer wie Combarro. Der Ort begeistert durch seine engen Gässchen und vor allem die vielen typischen Maisspeicher, Hórreos, die sich hier direkt am Meer aufreihen. Hórreos und Wegkreuze begegnen einem wie überall in Galicien auch auf der Weinroute der Rías Baixas. Eines der außergewöhnlichsten dieser Wegkreuze findet sich auf der benachbarten, beschaulichen Halbinsel von Morrazo im kleinen Dörfchen von O’Hio.

Ebenfalls in der Nähe von Cambados, an der Ría de Arousa, liegt der wunderschöne Adelssitz Pazo de Rubianes, umgeben von einer herrlichen, liebevoll gepflegten Park- und Gartenanlage mit uralten Bäumen, Kamelien und Rosen und dazu ein Weinberg von 25 Hektar. Der prachtvolle Palast aus dem Mittelalter ist noch heute im Besitz der Familie García Caamaño, denen Felipe der II. im 16. Jahrhundert den Titel des Marqués de Vilagarcía verliehen hatte. In der Bodega kann man die hauseigenen Albariño-Weine probieren, die zu den besten der Weinregion gehören, und ein Spaziergang durch den weitläufigen Park mutet wie ein Ausflug in eine andere, längst vergangene Zeit.

Noch weiter zurück in der Zeit gelangt man auf der nördlich von Cambados gelegenen Halbinsel der Serra do Barbanza, wo man sich auf die Spuren der Kelten begibt. Über Noia geht es am Meer entlang nach Porto do Son und von dort direkt an das auf einem Felsvorsprung über dem Meer gelegene Castro de Baroña. Etwas weiter südlich entdeckt man mit dem Dolmen von Axeitos eine 4.500 Jahre alte Grabkammer der Kelten. Und wenn man der Weinroute ganz in den Süden über Pontevedra und Vigo bis an die galicische Küste folgt, erreicht man das kleine Städtchen A Guarda. Hoch über der Mündung des Miño in den Atlantik liegt hier auf dem Monte Santa Tecla eines der meist beeindruckenden Castros Galiciens mit einem fantastischen Blick auf Galicien und Portugal. Hier bauten die Kelten im 7. Jahrhundert v. Christus ihre Siedlung, in der bis ins 1. Jahrhundert noch unter römischer Herrschaft bis zu 3.000 Menschen lebten.

Informationen zur Weinroute der Rías Baixas, ihren Bodegas und Aktivitäten in der Region unter:

http://www.wineroutesofspain.com/ver/2672 (auf Englisch und Spanisch);
http://rutadelvinoriasbaixas.com/ (auf Spanisch);
http://www.spain.info/de_DE/que-quieres/gastronomia/rutas-vino/pontevedra/ruta-del-vino-de-las-rias-baixas.html (auf Deutsch).


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