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DOKUMENTATIONVALENCIA: MIT SCHALL UND RAUCH IN DEN FRÜHLING Laut krachend bricht unter dichten Rauchwolken versunken die erste der über die ganze Stadt verteilten haushohen Puppen um Mitternacht des 19. März in sich zusammen. Dann fängt eine nach der anderen Feuer und erleidet unter dem Jubel der Zuschauer das gleiche Schicksal. Als letzte der Puppen fällt die große monumentale Figur auf dem Rathausplatz. Mit viel Schall und Rauch begrüßt Valencia mit den Fallas Jahr für Jahr den Frühling. Von Mitte Februar an werden die überdimensionalen Kunstwerke in der Lonja, der alten gotischen Seidenbörse, zur Beurteilung durch die Besucher ausgestellt. Jedes Jahr bleibt einer Puppe oder einer Gruppe von Puppen der Feuertod erspart und sie wandert in das Falla-Museum der Stadt. Beauftragt werden die Künstler durch die Falleros und Falleras, Männer und Frauen, die sich in Nachbarschaftsvereinen zusammengeschlossen haben. Sie richten dieses bedeutendste Fest Valencias in den Tagen um den 19. März, dem Fest des Heiligen Josef, San José, in jeweils ihrem Stadtteil aus. San José ist der Schutzpatron der Schreiner, Zimmerleute und Tischler. Einer Version nach geht das Fest ursprünglich auf deren „Frühlingsputz“ zurück. Jahr für Jahr fegten sie am Vortag des 19. März ihre Werkstätten aus und verbrannten die Holzreste sowie die parots, große hölzerne Kerzenständer, die sie im Winter als Lichtquelle nutzten. Irgendwann soll wohl einer der Zimmerleute auf die Idee gekommen sein, einem dieser Ständer alte Kleider umzuhängen, woraufhin ein anderer die Situation dazu nutzte, einige ironische Sätze zu einem kurz davor liegenden Geschehnis aufzuschreiben. Für viele liegt hierin die eigentliche Geburt der Fallas. Das Fest des Heiligen San José selbst wird in der Stadt seit dem 17. Jahrhundert als religiöser Feiertag begangen. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hing man Strohpuppen, peleles, in den Straßen auf, die in der Nacht zum 19. verbrannt wurden. Das Wort „Fallas“ stammt nicht nur von „falla“, Defekt oder Fehler, oder „fallar“ – „ein Urteil fällen“, sondern hängt eng zusammen mit dem Begriff des Feuers, das an diesem Fest so bedeutungsvoll ist. So waren „fallas“, nach dem lateinischen Begriff „facula“ - Fackel, seit alters her Leuchtfeuer, die die Küsten des Meeres während der Nacht für die Schiffe kenntlich machten, oder die auf Türmen und Mauern aufgestellt wurden und als Signale und Kommunikationsmittel dienten. Feuer, die auch die Johannisnacht im Juni als Zeichen der Sonnenwende, erleuchten, haben schon in vorchristlichen Zeiten im März den Frühling angekündigt. Aber nicht nur das Aussehen Valencias ist an den Tagen zwischen dem 15. und 19. März verändert. Auch die Geräusche und der Geruch sind anders während der Fallas. An ruhigen und ausgedehnten Schlaf ist in diesen Tagen in Valencia nicht zu denken. Täglich ab 16. März ziehen morgens ab 8.00 Uhr die Falleros in Begleitung von Musikgruppen durch die Stadt und lassen zum Erwachen aller Kanonenschläge und Knallfrösche erschallen. Den ohrenbetäubenden „großen Knall“ aber gibt es alltäglich und bereits ab dem 01. März um 14.00 Uhr mit der „Mascletá“. Ab 13.30 Uhr scheint sich ganz Valencia auf dem Rathausplatz, der Plaza del Ayuntamiento“, zu versammeln. Und dann beginnt mit einem Mal ein unvorstellbarer, alles übertreffender Lärm, wenn Tausende an Schnüren aufgereihte Knallkörper nacheinander explodieren und die Stadt durchdringen. Je lauter, je rhythmischer, umso mehr jubeln die Zuschauer. Nicht selten werden die Pyrotechniker am Schluss auf den Schultern der begeisterten Valencianos gefeiert. Alles verstummt neben diesem Lärm. Dazu steigen riesige Rauchwolken auf, hüllen die Ninots ein und verschleiern für Momente den blauen Himmel über Valencia. Danach hat man sich die Paella, die traditionell häufig, und an diesen Tagen ganz besonders oft in Valencia gegessen wird, redlich verdient. Bilderdownload: |
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