KANAREN

Die Pyramiden von Güímar – doppelte Ehrung:
Ernennung zum Botanischen Garten und Nominierung zum Europäischen Museum des Jahres 2017


Der legendäre norwegische Forschungsreisende und Ethnologe Thor Heyerdahl, dessen Bücher „Kon-Tiki. Ein Floß treibt über den Pazifik“ und „Aku-Aku. Das Geheimnis der Oster-Insel“ ganze Leser-Generationen begeisterten, startete 1990 im Süden Teneriffas ein internationales archäologisches Ausgrabungsprojekt. Sein Ziel war es nachzuweisen, dass die dort aufgefundenen Stufenpyramiden von Güímar in einer möglichen Beziehung zu den vorspanischen Zivilisationen von Teneriffa standen. Grabungen der Universität La Laguna, Teneriffa, wiesen jedoch das frühe 19. Jahrhundert als Entstehungszeit der Stufenpyramiden nach.

Nach Abschluss der Grabungsarbeiten wurde im Jahr 1998 das 65.000 Quadratmeter große Areal in Form eines ethnografischen Parks der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unzählige Besucher sind nach wie vor von den sechs Stufenpyramiden fasziniert, die zur Sommer- und Wintersonnenwende astronomisch zur Sonne ausgerichtet sind. Ein Informationszentrum informiert die Besucher über Heyerdahls Forschungsreisen und seine Hypothesen.

Nicht weniger interessant ist jedoch die Gartenanlage des Parks, in der auf einer bepflanzten Fläche von über 20.000m2 mehr als 30 endemische Pflanzenarten der Kanaren beheimatet sind. Sie wurde nun von der Ibero-Makaronesischen Vereinigung der Botanischen Gärten zum ersten Botanischen Garten im Südosten Teneriffas ernannt. Aufgrund der vulkanischen Herkunft, den großen Höhenunterschieden und der klimatischen Vielfalt konnten sich ganz unterschiedliche Landschaftsbilder und Pflanzengruppen herausbilden. Zu den bekannteren endemischen Pflanzen gehören u.a. die Kanarische Palme (Phoenix canariensis), der Cardón (Euphorbia canariensis), der Guadyl (Convolvulus floridus), der Drachenbaum (Dracaena draco) und die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis). Bei einem Rundgang durch den Garten können die Besucher aber auch andere Pflanzenarten kennenlernen, die in der Region Makoronesien heimisch sind, zu der Madeira, die Kapverden, die Azoren, die Ilhas Selvagens und eine kleine Zone der benachbarten afrikanischen Küste gehören. Der Giftgarten stellt ein weiteres Faszinosum des Parks dar. Er beherbergt über 70 Giftpflanzen, deren Gift teilweise sogar tödlich ist. Sämtliche Pflanzen sind mit ihrem wissenschaftlichen Namen und der Gattung gekennzeichnet. Einige herausragende Spezies sind noch mit zusätzlichen Informationstafeln ausgeschildert.

Mit der Ernennung zum Botanischen Garten ging u.a. die Verpflichtung der Pirámides de Güímar einher, sich für die die Erhaltung des Natur- und Kulturerbes einzusetzen, Pflanzenmaterial und Informationen für wissenschaftliche Zwecke auszutauschen sowie botanische Forschung zu betreiben. Ein Kooperations- und Beratungsvertrag mit der Universität von La Laguna auf Teneriffa unterstützt, die neuen Aufgaben zu erfüllen.

Nominierung zum Europäischen Museum des Jahres
Eine weitere Ehrung wurde dem Ethnografischen Park Piramides de Guimar mit der Nominierung zum Europäischen Museum 2017 zuteil. Diese Auszeichnung wurde 1977 vom Europarat ins Leben gerufen, um Innovationsprozesse innerhalb der Museumslandschafts Europa zu fördern und zu prämieren. An dem Auswahlprozess waren zweiundvierzig Museen aus zweiundzwanzig verschiedenen europäischen Ländern beteiligt. Die Pyramiden von Güímar waren der einzige Vertreter Spaniens bei diesem Wettbewerb, der zum vierzigsten Mal ausgeschrieben wurde.

Für die Nominierung war die Neueröffnung des „Nachhaltigen Gartens“ mit ausschlaggebend, der ein neuartiges Entwicklungskonzept für die Einrichtung endemischer Gärten auf den Kanaren repräsentiert. Das Projekt, das gemeinsam mit der Universität La Laguna erstellt wurde, verdeutlicht mit der Nachbildung einer typisch kanarischen Barranco-Schlucht auf einer Fläche von 1.000m2 unterschiedliche Aspekte, die das Konzept der Nachhaltigkeit erfüllen: Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Entlang eines eigens installierten Wasserlaufs gewannen die für dieses Umfeld charakteristischen Pflanzenarten eine neue Heimat. Zudem wurden Exemplare des europäischen Aals angesiedelt, dem einzigen Fisch, der in den süßen Gewässern der Kanaren heimisch ist. Neben der Biodiversität der kanarischen Schluchten, die in den Garten integriert wurde, zeichnet sich der Nachhaltige Garten durch seinen Bildungscharakter aus, denn er trägt zur Kenntniserweiterung und Sensibilisierung für die kanarische Natur bei.

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