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DOKUMENTATIONDer Garajonay Nationalpark auf La Gomera
La Gomera, eine der kleinsten der kanarischen Inseln, präsentiert auf einer Fläche von gerade einmal 373 qkm eine außergewöhnliche Vielfalt an Vegetationstypen und Klimazonen. Auf einer Fahrt von einem der Küstenorte bis ins Inselzentrum und zum höchsten Punkt, dem Alto de Garajonay auf 1.500 m, kann man diese Vielfalt in eindrucksvoller Weise erleben. Dort im Zentrum der runden Insel erstreckt sich das Gebiet eines subtropischen Lorbeerwaldes, der im Tertiär weite Teile des Mittelmeergebietes bedeckte, heute aber nur in kleinen Resten so ursprünglich wie auf La Gomera erhalten ist. Aus diesem Grund wurde Garajonay im Jahr 1981 zum Nationalpark und 1986 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Auf dem weiteren Weg in Richtung Garajonay wird der relativ niedrige Wald immer dichter. Die Bäume stehen eng aneinander, die schmalen Stämme und sich geheimnisvoll rankenden Äste sind mit Moos und wehenden Bartflechten bedeckt. Mannshohe Farne versperren den Weg, während die Füße im dunkelgrünen Moos versinken. Häufig liegt der Wald in dichtem Nebel, wenn sich die Wolken des Nordostpassates über die Insel legen. Dann hat man das Gefühl durch einen verwunschenen Märchenwald zu wandern, in dem Feen und allerlei Märchenwesen zu Hause sind. Hier befindet man sich inmitten des typischen „Urwaldes“, für den der Garajonay Nationalpark berühmt ist. Lorbeerwald in den niedrigeren und Erika in den höheren Lagen sind seine Hauptbestandteile. Später wurden Kiefern hinzu gepflanzt, die nun aber nach und nach wieder abgetragen und durch Lorbeer und Erika ersetzt werden. So etwa kann man sich die Wälder des Tertiär vorstellen, die weite Teile Südeuropas bis zur Donau als südlichste Grenze bedeckten und mit der Eiszeit größtenteils verschwanden. Heute findet sich hier auf La Gomera mit etwa 4.000 ha das größte noch existierende Waldgebiet dieser Art. Hervorgerufen wird es durch das Phänomen des Nordostpassats, der ein breites Wolkenband um die Kuppeln der westlichen der Kanarischen Inseln legt. Die Wolken werden von den Lorbeerblättern „gemolken“, ihnen wird die Feuchtigkeit entzogen. Auf diese Weise sind die Berghänge La Gomeras mit einer ewig dichten grünen Kappe bedeckt. Die feuchtesten Zonen befinden sich im Nordwesten der Insel auf 700 bis 1200 m Höhe oberhalb des Tales von Hermigua mit den Wäldern von El Cedro und Mériga. Dort ist der Lorbeerwald – laurisilva - besonders dicht und geheimnisvoll. Efeuranken und Lianen vermitteln zusätzlich das Gefühl, sich inmitten eines Urwaldes zu befinden. Es gibt verschiedene Wanderrouten, auf denen man den Wald unter dem nahezu geschlossenen Kronendach durchqueren und seinen Geheimnissen näher kommen kann. Unvermittelt kommt man dann auch an Bachläufe, Wasserfälle oder tritt aus dem Dickicht des Waldes hinaus auf mit Blumen übersäte Lichtungen. Dort trifft man auf Blumen wie den Storchenschnabel, der im März lila blüht, die Trollblume, die im Frühjahr ein gelbes Kleid anlegt oder auch die Geranium Canariense. Begleitet wird der Wanderer vom Gesang der Vögel. In den Ästen leben Buchfinken, Spatzen, Sperlinge und Amseln. Auch endemische Arten wie das Wintergoldhähnchen sind zu hören, das sich vornehmlich in den Lorbeer- und Heidewäldern wohl fühlt. Von hier oben blickt man über die grünen, oft in Nebel gehüllten Kuppeln und die „Roques“, die steil aus den Vulkanhügeln herausragen. Sie sind ein weiteres landschaftliches Wahrzeichen des Garajonay Bilderdownload: |
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